Everybody's fucked in his own special way

Freitag, 30. Januar 2015

S-Bahn-Sperrung

Zwei Wochen mit gesperrtem Nord-Süd-Tunnel sind um, drei Monate kommen noch. Trotz Umsteigen dauert der Weg nicht viel länger, ein paar Minuten wohl, wenn die Anschlüsse stimmen. Die S-Bahnen und U-Bahnen sind dafür komplett überfüllt, teilweise kommen gar nicht alle rein. Ich bin ja einigermaßen groß und nicht menschenscheu, aber selbst mir ist das teilweise zu viel. Viel Neues zu sehen gibt's leider auch nicht, weil man beim Umsteigen am S-Bahnhof Wedding eigentlich nur die Treppe von der S-Bahn zur U-Bahn geht. Langweilig. (Gut, dieses Bild, das man beim Umsteigen sieht, ist hübsch. Da sitzen drei Typen im Baum.)

Letzthin auf dem Weg zum Gesundbrunnen, neben mir ein kleiner, dicker Mann mit runder Brille und Anglerhut, den er sich fast über die Augen gezogen hat, unterwegs mit einer älteren Frau. Die Frau stellt fest, dass die Bahn nicht weiterfährt wie gewohnt, sondern nun den Ring entgegen den Uhrzeigersinn fährt. Die Frau fängt schon an der Bornholmer an zu schimpfen, das sei ja unverschämt und jetzt erst sagen sie das an, das hätten sie doch schon gleich am Anfang ansagen müssen. Das geht so bis zum Gesundbrunnen, wo sie und der Mann aussteigen, noch während sie aussteigt, hört man sie schimpfen, das gehe so doch nicht, das hätten die doch gleich ansagen müssen... Neben mir an der Tür steht ein junger Mann mit Bart, in ein Handyspiel vertieft. Nachdem die Frau ausgestiegen ist, sagt er ohne aufzublicken: Ham se doch auch am Anfang angesagt! und schweigt dann für den Rest der Fahrt wieder. 

Kommentare:

  1. Nur drei Monate? Wie optimistisch.
    Bei mir am Bahnhof hängt seit zwei Jahren ein Schild, wir sind in einen halben fertig. Die Arbeitstermine in Berlin sind so inflationär, wie die Mark 1923.

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