Everybody's fucked in his own special way

Montag, 29. Juni 2015

Besuch im Nebenzimmer (13)

Ein Monat ist wieder um, ein kurzer Überblick über die Themen und Torheiten im Zweitblog. Wie immer: Wenn man auf den Tag "Nebenzimmer" klickt, bekommt man so eine Art kommentiertes Vorlesungs Inhaltsverzeichnis des Zweitblogs.

Zunächst eine kurze Würdigung der Memoiren des Andreas Dorau - ein unglaubliches Buch, das wärmstens empfohlen sei. Ein Geburtstagsgruß an Charlie Harper, den Sänger der UK Subs, der so alt ist wie mein Vater, aber schon deutlich mehr Platten herausgebracht hat. Ein kurzes Aufheulen, weil der Didi &Stulle Comicstrip in der Zitty nun beendet wird - den gab es regelmäßig, seit ich damals nach Berlin kam. Ein Zeichen, das Weite zu suchen? Schließlich ein kurzes Erinnern an Ornette Coleman, einen der vielen Toten der letzten Wochen. Durch eine Diskussion anderswo angeregt, eine kurze Abhandlung über die Verbindungen des Reagan-Attentäters zur Pop- und Punkkultur sowie eine längst überfällige Huldigung von Bands wie New Born Babies und Rudolfs Rache. Leitmotivisch weiter mit Musik, die keiner kennt, und Zounds mit "Can't cheat karma", eines der 10 besten Lieder, die ich kenne. Danach der Versuch, die Reihe "Punkrock-Lebenshilfe" weierzuführen, mit Frank Turner und "Reasons not to be an idiot". Frank Turner hat am Tag vor dem Post in Berlin ein kostenloses Konzert gegeben, das ich aber versäumt habe, weil ich... (nein, es schmerzt zu sehr, ich kann das nicht aufschreiben). Aus einer Laune heraus folgt eine Woche täglichen Bloggens, als Woche des Mundarthumors, ausgelöst durch die Entdeckung, dass es endlich den Helmut Qualtinger-Sketch "Travnicek im Urlaub" auf Youtube gibt. Schon jahrelang habe ich meine Famile angewidert unterhalten, in dem ich ausgiebig diese Sketch im Urlaub zitiert habe: "Und die Ruinen san a Hund?" - "Was wuins denn. Alles hinnich. Total bauföllig". Schlechte Laune aus Wien, anhören! In Augsburg, wo ich ja auch einige Jahre verbracht habe, ist man dagegen nicht so richtig schlecht gelaunt, sondern eher bräsig und antriebslos. Das bringt das Lied "Ja woisch" von den  Stoinernen Männern perfekt zum Ausdruck. Tränen der Rührung stehen mir in den Augen, wenn ich "Na Kipf, da hängt dr dr Rotz ra" höre, eine wunderbare liebevolle Adressierung von Kleinkindern, die in dieser Zartheit nur in Augsburg stattfinden kann. Und wie die Stoinernen Männer denke ich "Aus uns wird au no was werra". Das wäre ja fast schon zuviel gute Laune, deswegen schnell zu dem Oberbayern Gerhard Polt, der in dem rätselhaft, Beckett-artigem Stück "Warten auf Dillinger" die Probleme der Logistik im Straßenbau Hinterpfuideufel erläutert. Für solche Wichtigtuer habe ich auch schon gearbeitet, ein Dokument der Arbeiterkultur. Wer genau hinsieht, lernt auch noch eine neue Art, eine Bierflasche zu öffnen. Wieder etwas gutmütiger, Günter Grünwald, aus der Nähe von Ingolstadt. Der Mann hat dieses merkwürdige Knödeln in der Stimme, das auch meine dortigen männlichen Verwandten besitzen und er macht ein Interview mit der Volksmusiklegende Jodel-Sepp, der früher mit dem Deppen-Pauli rauschende Erfolge feierte. Auch das ein von mir gerne zitiertes Stück, das ich jetzt nach vielen Jahren auf YT gefunden habe. Aber auch die Schweiz soll nicht zu kurz kommen, mit den wunderbaren Baby Jail, wieder ein Stück, das ich vor Jahren gehört und jetzt auf YT wiedergefunden habe, eine Art Eheberatung, Strategien wie man der furchtbaren Eintönigkeit, jeden Tag das Gleiche, ich liebe dich, du liebst mich, entkommen kann. Erschütternd. Ich liebe diese Band. Zum Abschluss der Woche des Mundarthumors ein Stückchen aus der Reihe "Die Welt auf Schwäbisch". Und auch wenn man Schwaben grundsätzlich scheiße findet und Mundarthumor das Allerletzte, kann ich nur empfehlen, da einmal reinzusehen. Zwei Leute streiten sich über den Witz der Woche, es fällt einer meiner Lieblingssätze, ein rätselhafter Mann mit Vollbart und rosa Hemd sieht grimmig drein....
Zum Schluss klassische Musik: "Wie ein dressierter Seehund, der auf einer Reihe von Autohupen God save the queen spielt...." Der Titel sagt doch alles. 

Keine Griechen, kaum Bücher, mal sehen was nächsten Monat kommt. 


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