Everybody's fucked in his own special way

Donnerstag, 6. August 2015

Die Ereignisse nach der Rückkehr in Berlin überschlagen sich!

14.53 Uhr: Die Koffer wurden aus dem Auto ins Haus getragen, Zeit für eine kurze Inspektion des Gartens. 
14.54 Uhr: Die Tomaten sehen hervorragend aus, U. und C. haben sich wunderbar um sie gekümmert. Aber was riecht denn da so merkwürdig?
14.55 Uhr: Sollte das die Brennesseljauche sein, die ich in einem großen Eimer vor dem Urlaub angesetzt habe? 
14.55 Uhr: Mist, Frau Ackerbau hat es auch bemerkt. Sie steht an dem Eimer und scheint sehr aufgeregt zu sein. Mal selber hingucken. 
14.56 Uhr: Googele  "Weiße zentimetergroße Larven, die im Wasser schwimmen".

14.58 Uhr: Aussprache mit Frau Ackerbau. Verschweige, dass die putzigen Tierchen wegen des Aussehens auch "Rattenschwanzlarven" genannt werden. Trotzdem scheint es Frau Ackerbau nicht zu beruhigen, als ich ihr sage, dass es sich nur um Mistbienen-Larven handelt (hätte vielleicht besser funktioniert, wenn ich die Präfix "Mist-"  unterschlagen hätte, aber es wäre ein größerer argumentativer Aufwand gewesen, zu behaupten, normale Bienen entwickelten sich so.) Bedaure nicht zum ersten Mal, im Biounterricht nicht so richtig aufgepasst zu haben. 
15.00 Uhr: Ich stelle leider grundsätzliche Probleme bei der Einstellung von Frau Ackerbau gegenüber Insekten fest. Eigentlich war ich von einem größeren ökologischen Bewußtsein  ausgegangen. Auch mein Hinweis, dass es laut Internet zwar wahrscheinlich ist, dass die geschlüpften Mistbienen sich ein Nest im Gebäudeinneren suchen werden, dies aber keineswegs sicher sei, trägt unbegreiflicherweise nicht zur Beruhigung bei. 
15.02 Uhr: Unglücklicherweise kommt Nachbarin A. vorbei, fragt, ob wir aus dem Urlaub zurück seien, und weist sofort darauf hin, dass in unserem Garten ein Kübel stehe, der bestialisch stinke und in dem sich merkwürdige Wesen entwickelten. Meine Position wird dadurch nicht verbessert. Aber Mistbienen hin und her - Brennesseljauche ist einfach ein spitzenmäßiger Dünger, menno.  Rationeller Diskurs über Fragen der Ökologie und Nachhaltigkeit scheint aber in der Familie nicht mehr möglich zu sein. 
15.03 Uhr: Gebe mich geschlagen und suche nach einem Weg, der den sympathischen Larven ein Weiterleben außerhalb unseres Gartens und eine weitgehende Ausnutzung der Düngekraft der Brennesseljauche ermöglicht. 

(Schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn Sie Frau Ackerbau sagen hören wollen: "Du hast den Kübel WOHIN ausgekippt?".) 

Kommentare:

  1. Ein nervenzerfetzender Thriller ...

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    1. Für die Nachbarn leider nasenzerreißend...

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  2. Holla die Waldfee...janz grosses Kino...und ich dachte wir hier in der Burg haetten den Grammy in der Kategorie Special Effects der Ekelkrabbelviecherplage gewonnen:

    http://www.voodooschaaf.org/blog/?p=22026

    Es gruesst janz brav das Schaaf

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    1. Au ja, das ist auch nicht übel bzw. sehr übel. Ich hatte ja auch kurz nachgedacht, ein kurzes Video von den Schnuckels zu machen, das hätte aber größeren familiären Unmut zur Folge gehabt.

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    1. Hat die Frau Meinigkeiten was Unsittliches kommentiert? ;-)

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    2. Tja, wüsstest du jetzt gerne, gell?

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  4. Danke :)
    (*undichgehejetztmalindenGartenundguckeinmeinengeschlossenenEimermitBrennesseljaucheobdaauchwaslebt*)

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    1. Ich glaube, den Kübel zu zu machen, ist goldrichtig...

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  5. Ich glaube, ich überlege mir das mit dem kommenden Sonnabend noch mal.
    Oder esse und trinke nur, was ich selbst mitgebracht habe.
    Oder komme im Seuchennahkampfanzug.
    Oder so.
    Vor allem aber erkläre ich mich mit Frau Ackerbau solidarisch.

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    1. Gut, die Waldmeisterbowle mit Marshmallows solltest du dann vielleicht nicht probieren...

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  6. denk an das gerichtsverfahren im allgäu vor ca. zehn oder fünfzehn jahren. nachbar (neu zugezogen) prozessiert gegen bauern (alt eingesessen). dessen stallbienenlarven wandern auf der suche nach schatten jeden mittag aus dem misthaufen aus und fallen in den lichtschacht des nachbarn. einziger kommentar des bauern im radio interview "hen die a fähnle hinta drauf mit meim namen, also wieso sollat die vo mir komma" also wenns ärger gibt an die alte heimat denken.

    michali

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    1. Das kannte ich noch gar nicht, bin haltcschon zu lange Hauptstädter... liebe Grüße, Andreas

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