Everybody's fucked in his own special way

Samstag, 31. Januar 2015

Everything falls apart

(Zugleich ein Beitrag zu Frau Tonaris Rost-Parade.)

Everything falls apart - alles geht kaputt - ist ja eigentlich auch ein gutes Motto für die Rost-Parade. 

Das Bild passt eigentlich nicht richtig, weil dieses Maschinchen zwar rostig, aber durchaus noch gebrauchsfähig aussieht. Ich gebe offen zu, dass ich keine Ahnung habe, was das sein könnte, auch wenn es wahrscheinlich irgendetwas ist, was ansonsten jeder unmittelbar erkennt. Für sachdienliche Hinweise in den Kommentaren bin ich dankbar. (Nachtrag: Die Papierfrau und Ole haben das Rätsel in den Kommentaren gelöst! Vielen Dank dafür!)

Musikalisch wird das Ganze unterlegt von Hüsker Dü aus Minneapolis, die es auch schon 27 Jahre nicht mehr gibt, die mir aber immer noch sehr am Herz liegen. Everything falls apart war ein frühes Lied von 1983. Damals lief das Ganze als Hochgeschwindigkeits-Punk, inzwischen klingt es eher harmlos. Aber für mich immer noch das richtige Lied, wenn man meint, dass alles zusammenkracht.

Freitag, 30. Januar 2015

S-Bahn-Sperrung

Zwei Wochen mit gesperrtem Nord-Süd-Tunnel sind um, drei Monate kommen noch. Trotz Umsteigen dauert der Weg nicht viel länger, ein paar Minuten wohl, wenn die Anschlüsse stimmen. Die S-Bahnen und U-Bahnen sind dafür komplett überfüllt, teilweise kommen gar nicht alle rein. Ich bin ja einigermaßen groß und nicht menschenscheu, aber selbst mir ist das teilweise zu viel. Viel Neues zu sehen gibt's leider auch nicht, weil man beim Umsteigen am S-Bahnhof Wedding eigentlich nur die Treppe von der S-Bahn zur U-Bahn geht. Langweilig. (Gut, dieses Bild, das man beim Umsteigen sieht, ist hübsch. Da sitzen drei Typen im Baum.)

Letzthin auf dem Weg zum Gesundbrunnen, neben mir ein kleiner, dicker Mann mit runder Brille und Anglerhut, den er sich fast über die Augen gezogen hat, unterwegs mit einer älteren Frau. Die Frau stellt fest, dass die Bahn nicht weiterfährt wie gewohnt, sondern nun den Ring entgegen den Uhrzeigersinn fährt. Die Frau fängt schon an der Bornholmer an zu schimpfen, das sei ja unverschämt und jetzt erst sagen sie das an, das hätten sie doch schon gleich am Anfang ansagen müssen. Das geht so bis zum Gesundbrunnen, wo sie und der Mann aussteigen, noch während sie aussteigt, hört man sie schimpfen, das gehe so doch nicht, das hätten die doch gleich ansagen müssen... Neben mir an der Tür steht ein junger Mann mit Bart, in ein Handyspiel vertieft. Nachdem die Frau ausgestiegen ist, sagt er ohne aufzublicken: Ham se doch auch am Anfang angesagt! und schweigt dann für den Rest der Fahrt wieder. 

Donnerstag, 29. Januar 2015

Autoritäre Erziehung

J.S. handelt gerne. Wenn's ins Bett geht, will er noch einen Zeichentrickfilm sehen. Nur einen. Danach aber noch einen. Und dann noch Vorlesen. Fünf Seiten. Aber dann noch eine Seite. Und die nächste Seite auch noch. Einen Absatz. Dann noch den nächsten Satz. Aber gerade ist's so spannend. Und dann noch einmal Kitzeln. Und so weiter und so fort. Wenn Vater und Sohn in der richtigen Laune sind, kann das abendfüllend und sehr vergnüglich sein. Aber manchmal nervt's.

Letzthin beim Frühstück sehe ich meine Chance, als ich in der Zeitung lese, dass der Innensenator von Berlin, Frank Henkel, das Betteln von Kindern verbieten will. Ich sage J.S., der gerade an einem Muffin mümmelt, dass er jetzt am Abend nicht mehr betteln dürfe, Frank Henkel habe das verboten. J.S. schaut mich mit leichtem Grinsen schräg von unten fragend an, wie er es immer macht, wenn er rausfinden will, ob ich nur wieder Quatsch erzähle. Ich schaue ernst und zeige ihm die Zeitungsüberschrift. Er ist etwas beunruhigt, fängt sich aber und teilt mit, dass ihm Frank Henkel ja wohl nichts zu sagen hätte. Ernst teile ich ihm mit, dass das immerhin der Chef der Berliner Polizei sei. Das beeindruckt wieder. J.S. weicht jetzt allerdings auf einen Nebenschauplatz aus und hinterfragt den Namen kritisch: Warum der Henkel hieße? Ginge das überhaupt? Ich weise ihn darauf hin, dass auch sein Nachname einen Gegenstand bezeichnet. (Kurzes Intermezzo, in dem J.S. die Bedeutung seines Nachnamens erklärt wird). J.S. hat inzwischen wieder seinen jugendlichen Widerspruchsgeist gefunden und für sich entschieden, dass der Innensenator ihm in Bezug auf die Abendvorbereitungen nichts sagen darf, auch wenn J.S. noch sorgenvoll auf die Zeitungsmeldung schielt. 

Versuch der autoritären Erziehung gescheitert, trotzdem bin ich natürlich stolz auf J.S. Widerborstigkeit.

Epilog:

Eine Woche später, ich begleite J.S. zur Schule, fragt er auf einmal unvermittelt: Aber du hast doch keinen Kontakt zu dem? Ich muss erst nachfragen, wen er meint, offenbar beschäftigt ihn Frank Henkel doch noch. Natürlich habe ich keinen Kontakt zu F.H., ich erinnere mich aber daran, dass ich vor drei Jahren mal auf einer Abendveranstaltung mit einigen hundert Gästen war, bei der er auch anwesend war. Ich antworte also: Nein, aber wir waren schon mal zusammen auf einer Feier. J.S. schaut sorgenvoll. Mal sehen, ob man heute abend etwas merkt....

Mittwoch, 28. Januar 2015

Erpressung?

(Belauscht, als J.S. Besuch von seinem Schulfreund H. hatte:)

H: "Meine große Schwester erpresst mich manchmal - sie sagt, wenn ich mithelfe, das Haus zu putzen, darf ich auf ihrem Handy Clash of Clans spielen."

(Sollten wir vielleicht auch einmal probieren. Ich habe ohnehin die Vermutung, dass die zwei elementaren Erziehungsmethoden Bestechung und Erpressung sind.)

Dienstag, 27. Januar 2015

Hamsterfisch (2)

Bei meinen Hamsterfisch-Recherchen kam mir relativ bald ein Bild in den Sinn, das ich im letzten Sommer in Südfrankreich gemacht habe. Eine Figur aus einem Kreuzgang eines Klosters, die irgendwie fischig erscheint, aber durchaus auch noch andere Tiere in sich zu tragen scheint. Vage erinnerte ich mich daran, dass diese Abbildung nach einer Erläuterung im Kloster ein legendäres Flussmonster der Gegend darstellen soll. Dank Interwebz konnte ich nach ein, zwei Anläufen meinen Hamsterfisch identifizieren: Es handelt sich um die Tarasque, ein Flussmonster der Rhone, das viele Menschen getötet hatte und dann von der Hl. Martha gezähmt wurde. Die brachte das Monster zu den Menschen von Tarascon, die es in kleine Stücke rissen und dann selbst zum Christentum konvertierten (harte Zeiten, damals). Allerdings war überall zu lesen, dass die Tarasque ein Drache gewesen sei, also war's nichts mit dem Hamsterfisch. Irgendwie fand ich das allerdings nicht richtig, weil das Monster, das durchaus lustig dreinguckt, wenn es Menschen verschlingt, doch etwas eindeutig fischiges hat. Und tatsächlich: Beim nächsten Anlauf im Interwebz stieß ich auf die Beschreibung der Tarasque von Jacobus von Voragine in der Legenda aurea aus dem 13. Jahrhundert: "Ein Drache, der halb Tier, halb Fisch war, größer als eine Kuh, länger als ein Pferd..."

Damit qualifiziert sich das Tierchen eindeutig zum Hamsterfisch.* Ich muss mich allerdings entschuldigen, da dieser Beitrag ganz gegen gute Gewohnheit tatsächlich Informationen und Lehrreiches enthält. Da die Informationen allerdings evident unnütz und durchgeknallt sind, kann man schon mal eine Ausnahme machen, finde ich. 


(In dem Kreuzgang fand sich auch der Beleg, dass es schon im 14. Jahrhundert Rastalocken gab. Zeitreisen anyone?)



*Weise keiner in den Kommentaren darauf hin, dass der Fisch eine Nase hat. Noch nie etwas von Evolution gehört, Ihr Rüben?

Montag, 26. Januar 2015

When worlds collide...

Im Naturkundemuseum gibt es neben dem Treppenhaus eine runde Polstergruppe, auf die man sich legen und nach oben gucken kann. Alle Viertelstunden beginnt dann ein Film, der vom Urknall beginnend die Entstehung des Universums darstellt, bis man dann sieht, wie unser Sonnensystem jetzt aussieht. Die letzte Einstellung ist ein Zoom auf die Erde, auf das Naturkundemuseum und man sieht sich kurz selbst als liegender und nach oben starrender Zuschauer. Dann kommt der zweite Teil des Filmes, bei dem nicht Zeit, sondern Entfernung gemessen wird. Wir bewegen uns von der Erde weg, an den anderen Planeten vorbei, aus dem Sonnensystem, aus der Milchstraße, bis an das Ende des Universums. Alles sehr beeindruckend, ich habe mir das schon recht häufig angesehen.

Es gibt eine Passage im Film, in der gezeigt wird, wie ein großer Asteorid die junge Erde traf und aus den Trümmern dann der Mond entstand. Diese Passage fand auch ein anderes Mitglied der Familie so beeindruckend, dass daraus ein monumentales Bild entstand, das jetzt bei uns im Wohnzimmer hängt.

Sonntag, 25. Januar 2015

Zwangseinkauf für Fortgeschrittene

Samstagseinkauf mit J.S. Heute muss wieder gebacken werden, also brauche ich Hefe. Meine Vorräte sind jetzt doch schon erschöpft. Alter Zwangscharakter, der ich bin, nehme ich mir zwei Hefewürfel mit, lege sie in die kleine Ablage, die neuerdings auf den Einkaufswagen sind. An der Kasse denke ich gerade noch daran, die Hefewürfel auf das Band zu legen und nicht einfach so durch die Kasse zu schieben. 

Als wir nach Hause kommen, ist der Sauerteig so weit, dass man den Vorteig machen kann. Ich räume die Einkaufstaschen aus, finde aber keine Hefe. Mir dämmert, dass die zwei Hefewürfel inzwischen wieder in der praktischen Ablage des Einkaufswagens, allerdings im Parkhaus liegen. Sollte ich etwa noch einmal zum Einkauf gehen müssen? Aber da hilft mir meine Hefe-Obsession: Ich schaue noch einmal im Kühlschrank nach und finde weit hinten doch noch einen Hefewürfel, der noch nicht abgelaufen ist. Dem Backen steht also nichts mehr im Wege. 

Das nächste Mal nehme ich besser gleich wieder drei Hefewürfel mit.

Samstag, 24. Januar 2015

Freitag, 23. Januar 2015

Besuch im Nebenzimmer (9)

Was gab es letzten Monat im Nebenzimmer? Irgendwie fehlt es mir gerade wohl am Elan; das neue Jahr geht nur etwas schleppend los.

Im letzten Jahr gab es aber zunächst eine Zeitreise 383 Jahre zurück, um zu lesen, was man damals über die Folter und ihre Wirksamkeit schrieb. Heutzutage ist man sicher schlauer? Lest selbst und entscheidet. Auch aus dem letzten Jahr eine kleine Reihe merkwürdiger Weihnachtslieder, beginnend mit dem herzzerreißenden "Jesus Christ" von Big Star, gefolgt von dem leicht verpeilten "There ain't no sanity clause" der Damned und abgeschlossen von den hoch verehrten Schweden von Ebba Grön. Wer den letzten Beitrag liest, erfährt, was man in Schweden gerne an Weihnachten im Fernsehen ansieht. Auch nicht der Renner beim Small Talk, ich weiß. Zwischendrin zwei Comic-bezogene Dummheiten. Nach Weihnachten ein für den Blog seltener Ausflug in die bildende Kunst, gefertigt von einem verehrten Musiker, der merkwürdigerweise inzwischen hier im Kiez wohnt. Die Welt ist klein. Ein Silvesterbeitrag mit den Boxhamsters, die für mich eines der schönsten Silvesterlieder geschrieben haben (ich habe auch mal eins geschrieben, das gibt es vielleicht nächstes Jahr). Das neue Jahr begann dann etwas später, mit einer Erinnerung an den ostpreußischen Dialekt und einem Hörbeispiel von Ludwig Manfred Lommel aus den frühen Dreißigern, ein schöner Paul und Pauline-Sketch. Danach eine kleine Betrachtung der Qualität der Micky Maus-Zeitungscomics im Vergleich zu den späteren Comicheft-Versionen. Schließlich eine kleine Erinnerung an Matthias Claudius, der vor 200 Jahren gestorben ist. 

Wieder kein Henry Rollins, wieder keine Griechen, kommt alles wieder. Dafür eine Menge von hoch geschätzten Künstlern aus vier Jahrhunderten. 

Donnerstag, 22. Januar 2015

Dienstgang

Heute konnte ich mir Gedanken darüber machen, ob es mir wirklich zusteht, mich über Vorträge anderer Leute lustig zu machen. Ich war kurz unterwegs in den Berliner Westen, weil ich irgendwann im letzten Jahr einen Vortrag zugesagt hatte. Bei mir muss man nur anrufen und einen Vortrag anfragen, dann sage ich schon reflexhaft zu. Offenbar rede ich gern. Bei der genaueren Diskussion stellte sich später heraus, dass das Thema eigentlich gar nicht in mein Fachgebiet fällt, aber da war es schon zu spät. Also habe ich ein paar Folien von Kollegen genommen und dann irgendetwas erzählt, wie immer eigentlich. Am Schluß lag sich das Publikum weinend in den Armen und versicherte, noch nie so etwas Schönes gehört zu haben. Nun ja, fast zumindest. Wahrscheinlich hat jetzt jemand aus dem Publikum einen Blogpost drüber geschrieben. Das Thema war absurd genug. Geschieht mir recht.

Am Kurfürstendamm konnte ich aber wenigstens  dieses schöne Beispiel von kindlicher Tierquälerei fotografieren. Ich kann es mir nur so erklären, dass der Bengel den Adler schlagen will. Scheint mir keine gute Idee zu sein, aber er wird schon sehen, was er davon hat. 

Mittwoch, 21. Januar 2015

Durch die grüne Hölle - Reloaded

Wieder grüne Woche. Alles, was dazu gesagt werden kann und muss, habe ich ja schon hier, hier und hier aufgeschrieben. Dieses Jahr der Besuch aber nicht nur mit F., der es hasst, wenn er in diesem Blog vorkommt, sondern auch mit Frau Ackerbau, wie in alten Zeiten. 

Was war neu? Bei dem Störzüchterverein gibt es eine neue Stelle, einen Typen, der im Störkostüm herumrennt. Immer haben andere Leute die coolen Jobs, menno. 

Beim Beelitzer Stand rannte dafür jemand als Spargel herum. Frau Ackerbau meinte, ich hätte nicht die Statur dazu. 

Bei den Australiern habe ich eine Känguruh-Wurst gegessen als Rache an Skippy, dem Busch-Känguruh. Ach ja, und dieses Jahr habe ich das Kalahari-Salz mitgenommen. Bekloppt. 

Und nun noch ein paar Fotos, die mir selbst auch rätselhaft sind, die mir aber gestern bedeutsam genug erschienen:

(Nachtrag: Beim nochmaligen Durchlesen stelle ich fest, dass das Schild mit einem Komma noch besser wäre. Spräche mich mehr an.)
Tja, habe ich nicht aufgepasst, sonst wüsste ich jetzt, was Parasiten machen und vor allem, was BÖLN sein könnte.

Hier noch knallharte Recherche: Alle Fakten zur Kaninchenzucht (Rabbit Breeding) in der Region Moskau.

Das hier ist tatsächlich nützlich: Eine Erklärung des IPA-Biers, die man auch nach drei Bier noch versteht. Gesehen bei der Riedenburger Brauerei, die den wunderbaren Doldensud machen.

(Wenn die Fotos nicht so unscharf wären, käme jetzt noch Gewässerschutz nach dem Gülle-Strip-Till-Verfahren sowie der kussechte Knoblauchspeck).

Montag, 19. Januar 2015

Hamsterfisch

Letzthin habe ich festgestellt, dass hier ein besonderes Interesse für Fischthemen besteht. In meinem unermüdlichen Bemühen, diesen Blog attraktiver zu machen, habe ich deswegen noch ein paar Fische herausgekramt, allerdings gemischt mit noch ein paar anderen Tierchen. 



Die Fliesen, die man hier sieht, stammen aus dem 15. Jahrhundert und sind aus dem Papstpalast in Avignon. Sie gefallen mir ziemlich gut und wirken erstaunlich modern, finde ich. 

Sonntag, 18. Januar 2015

Was sagen die Söhne dazu?

(Als kurze Antwort auf die Frage von Frau Meinigkeiten in den Kommentaren.)

Frau A.: Was macht denn Papa?
J.J.:  Der hört wieder Musik, die sich so anhört, als würden Metallgegenstände gegeneinander geschlagen. 

Veranstaltungshinweis


Prolog:
Herr A.: Wo haben wir denn Pinsel und Farben?
Frau A.:  Wofür brauchst du die denn?
Herr A.: Ich hab doch Michl versprochen, ein Flugblatt für unser Konzert zu basteln.
Frau A.: Mach das doch am Computer.
Herr A.: Das wäre aber nicht der Punk-Spirit.
Frau A.: Ich glaube, die heutigen Punks haben auch schon Computer....

Samstag, 17. Januar 2015

Warum man seinen Kindern keine Kameras zu Weihnachten schenken sollte (1)

1. Weil man dann irgendwann die Aufnahmen von der Silvester-Feier ansehen und anhören muss. (Vorsatz fürs nächste Jahr: Nie mehr Karaoke zu Kylie Minogue-Songs).

Dienstreise (2)

Ausnahmsweise nicht der ganz frühe Flug, so dass ich die Sonne über Wannsee und Pfaueninsel aufgehen sehen kann:


Nach der Ankunft ein Vortrag, bei dem auf der ersten Folie der Satz steht: Kann Parken sexy sein? Ich gehöre zu den Menschen, die innerlich leiden, wenn man "sexy" auf irgendetwas anwendet, das kein Mensch ist, also muss ich die nächste Stunde viel leiden (nicht so viel wie damals, als ich gelegentlich mit Internet-Startups zu tun hatte, aber immerhin). Der Vortragende beginnt mit seinen Vortrag: "Kann Parken sexy sein? Geht da was? Ich sage Ihnen, da geht was." Zum Glück sind das auch die einzigen Sätze, die ich verstehe, danach wird es rätselhaft. 

Später sehen wir uns noch einen intelligenten Bordstein an. Irgendwann werden in den Städten nur noch die Bordsteine intelligent sein.

Als ich wieder über Berlin bin, ist die Sonne längst untergegangen. Die Stadt ist bunt und verwackelt. 



(Wenn Ihr Euch jetzt fragt, was ich denn eigentlich arbeite: das frage ich mich auch öfter.) 

Freitag, 16. Januar 2015

Blutrot


...verabschiedet sich nun der Nordbahnhof am letzten Tag vor dem Schienenersatzverkehr. Den Weg hierher werde ich erst wieder im Frühling antreten. Ob dann auch die Bauarbeiten in der Invalidenstraße schon vorbei sind? (Wer überlegt, ob diese Frage ernst gemeint sei, kennt entweder Berlin nicht oder liest noch nicht lange mit....)

Donnerstag, 15. Januar 2015

Tintenblau


...war der Himmel heute in der Früh. Den Blick vom Nordbahnhof Richtung Hauptbahnhof  werde ich jetzt ein paar Monate nicht mehr haben. Die S-Bahn macht den Nord-Süd-Tunnel dicht und viele Leute, darunter auch ich, müssen sich neue Routen suchen. Wird spannend. Dann sehe ich wenigstens mal wieder ein paar neue Straßen.

Die Straßenbahn in der Invalidenstraße macht jetzt übrigens auch wieder eine Woche Pause. Hat ja nicht lang gedauert

Mittwoch, 14. Januar 2015

So viel isch gar id los....

... dass mr immr was zum verzähle hätt. Oder auf deutsch (soll man zuhause ja jetzt sprechen, habe ich gehört): Manchmal passiert nicht viel erzählenswertes.

Ich habe ja hier seit Beginn versucht, möglichst täglich einen Post einzustellen, unterbrochen nur von ein, zwei Pausen im Jahr. Das hat verschiedene Gründe (über die ich auch schon mal geschrieben habe), einer davon ist, dass ich relativ faul bin und klare Vorgaben brauche. Zum anderen hat dieses täglich Schnipselhafte einen eigenen Reiz, den man manchmal erst erkennt, wenn man dann mal einen Monat am Stück durchliest.

Planbar ist das alles nicht. Ich habe inzwischen pro Monat drei Termine, die fest belegt sind, ansonsten weiß ich vorher auch nicht so richtig, was ich schreiben werde. Wenn mir etwas einfällt, ich irgendetwas sehe, zu Hause etwas passiert, kommt das unmittelbar und ungeplant. Dann wird ein Foto gemacht oder eine Notiz und bei nächster Gelegenheit ein Post geschrieben. An den Schreibtisch setzen und über Themen nachdenken, funktioniert nicht. Natürlich ist es immer gut, mal ein paar andere Straßen entlang zu gehen oder einen Besuch in einem anderen Stadtviertel zu machen, um etwas Neues zu sehen. Manchmal gehe ich auf Exkursionen, von denen ich mir ein paar neue Bilder erhoffe und ich sehe nichts, was ich interessant finde. So lebt dieser Blog im Wesentlichen davon, dass mir immer genügend passiert, um die Tage zu füllen. 

Ein paar Posts liegen immer auch noch als Vorrat auf Halde, allzu viele sind es aber nie, maximal eine Woche (und über die Jahre haben sich auch ein paar Entwürfe angesammelt, die ich ganz sicher nicht veröffentlichen werde, aber die ich aus sentimentalen Gründen nicht lösche). Am Vorabend suche ich meistens den Post heraus, den ich am nächsten Tag veröffentlichen will, und manchmal grusele ich mich, weil ich sehe, dass nur noch Stoff für zwei Tage vorhanden ist. Bislang ging's aber immer noch irgendwie weiter.  

Montag, 12. Januar 2015

Zwangseinkäufe

Meine Mutter hat mir mal erzählt, dass sie nach dem Tod meiner Oma beim Ausräumen des Hauswirtschaftsraums eine große Schublade voll mit Streichholzschachteln gefunden hat. Meine Oma hatte wohl Sorge, dass irgendwann keine Streichhölzer mehr da sein könnten und deswegen sicherheitshalber bei fast jedem Einkauf ein Päckchen "Schnellzünder" mitgenommen. 

Damals fand ich die Geschichte schrullig und liebenswert, inzwischen stelle ich aber fest, dass ich bei jedem Einkauf fast zwanghaft einen Hefewürfel mitnehme. Könnte ja sein, dass man Brot backen will und hat dann keine frische Hefe, das wäre ja furchtbar. Also sammeln sich die Hefewürfel im Kühlschrank, müssen immer wieder aussortiert werden, aber da frische Hefe eine der wenigen Sachen ist, die man für weniger als 10 Ct. bekommt, ist das nicht so schlimm. Frau Ackerbau kauft gerne Thunfisch in Olivenöl, manchmal stapeln sich da auch die Dosen, weil die in unserer ansonsten perfekt organisierten Küche prinzipiell an drei verschiedenen Orten gelagert werden können. Aber vielleicht will man ja einen Salat mit Thunfisch machen und dann ist kein Thunfisch da, das wäre ja auch furchtbar. 

(Wenn ich jetzt nicht Frau Ackerbau in die Sache hineingezogen hätte, würde ich ja abschließend schreiben: Man wird offenbar alt. Das wäre jetzt nicht die schlaue Option. Dann adressiere ich eben abschließend mal meine Leserinnen und Leser: Und Ihr so? (hab in schlauen Tipps fürs Bloggen gelesen, dass man immer mit einer Frage an die Leser aufhören soll, damit alle fleißig was dazu schreiben. Mal sehen, wie's klappt. Der nächste Tipp waren übrigens bessere Fotos, aber irgendwo hört es ja auch mal auf.)

Sonntag, 11. Januar 2015

Blick in die Küche

Vor zwei Monaten haben Frau Ackerbau und ich einen neuen Blog gestartet, der eigentlich nur unsere Rezeptsammlung umfassen soll. Die Idee war, dass man all die Rezepte, die man ansonsten auf irgendwelchen Zetteln notiert hat, im Internet sammelt. Was dort reinkommt, sind also weitgehend die bewährten Familiengerichte, die immer wieder aufgetischt werden. Und wenn jemand anders die Rezepte nachkochen will, ist das ja dann auch ganz nett. Da der Kiezneurotiker so freundlich war, ein paar Mal auf den Blog zu verlinken, herrscht dort schon erheblich mehr Betrieb, als wir eigentlich erwartet haben. Macht natürlich Spaß.
(Abb. ähnlich)*

 
Die Rezepte sind alle eher bodenständig, keine Sterneküche und auch keine Gerichte, die besondere Kenntnisse oder Zutaten verlangen. Grundsätzlich eher einfache Gerichte aus frischen Zutaten. Uns schmeckts.

Was gab's bislang zu lesen? Ein paar Dinge, die zuerst hier erschienen sind, habe ich dann mal rübergestellt, so zum Beispiel die Anleitung für Sauerteig-Bauernbrot und zur Herstellung von Senf. Dazu auch noch eine Anleitung für Weißbrot. Frau Ackerbau hat Rezepte für Rote-Beete-Suppe und Fischsuppe aus dem Paradies eingestellt, für Roten Bohnensalat, Rote-Beete-Salat, Käferbohnensalat, Salade nicoise, schnellen Matjessalat, Salat mit warmen Speck und Zwiebeln und Confit d'oignons. Von mir kamen Rezepte für Knoblauchkartoffeln (verschiedener Machart), frittierte Paprika, Knoblauch-Garnelen, Fisch in Weißweinsauce, (Allgäuer) Spatzen und Gegrilltes Gemüse. Frau Ackerbau war für die weitere Pasta zuständig: Kürbisspaghetti, Lachs Italia und Mangoldspaghetti. Dazu kamen noch der Schmortopf "Mont Ventoux", grüne Bohnen griechischer Art und Börek. Als Nachtisch gibt's bislang nur ein Himbeerdessert. Von mir gibt es noch eine Trashfood-Anleitung.

Eigentlich schon genügend Stoff zum Stöbern; das Aktualisierungstempo wird jetzt eher langsamer werden, da es ja nicht darum geht, immer neue Dinge aufzuschreiben, sondern die Gerichte zu dokumentieren, die immer wieder gekocht werden.

*Das Foto ist jahrzehntealt und aus einer früheren WG, keine Sorge. 

Samstag, 10. Januar 2015

Allgemeine Betrachtungen zum kulturellen Niedergang (2)

J.S. hat zwei Schulkollegen zum Spielen eingeladen, zu dritt sitzen sie in seinem Zimmer. Ich sitze im Wohnzimmer und höre Gesänge "Wir Zombies verlieren - yeah; wir Zombies verlieren - nö". 

Ich traue mich nicht nachzusehen, was da los ist.

Mein Block!

Noch einmal der Kiez aus der Flugzeugperspektive. Wollankstraße, Ort vieler bedeutender interessanter hier aufgezeichneter Begebenheiten. 


Um das einmal zu verdeutlichen, habe ich in dem Bild gleich den Schauplatz verschiedener Posts markiert:




Die Posts zu den jeweiligen Markierungen sind hier aufgeführt:





(Die Liste macht mich jetzt selbst etwas ratlos. Zum einen ist es offensichtlich, dass ich gerne Post-Titel wähle, die alles andere als selbsterklärend sind.* Das erleichtert natürlich die Erstellung einer solchen Liste enorm nicht.  Zum anderen weiß ich nicht, ob sich aus diesem Zusammentragen von Nichtigkeiten aus einem eng umgrenzten Gebiet irgendeine übergreifende Erkenntnis ergibt, wenn man's dann so geballt vor  sich hat (naja, eigentlich weiß ich es schon: wenn man mal in 20 Jahren herausfinden will, wie der Wollankstraßen-Kiez so war, ist man nach diesen Weisheiten auch nicht schlauer).

Nachtrag 19.1.: Eine schöne Illustration, dass es weniger auf die Umgebung, als auf den Blick ankommt, findet man bei Ruthie, die eine ähnliche Sammlung bei ihr zuhause nicht über zwei Jahre gestreckt, sondern an einem Nachmittag gemacht hat (wer sich allerdings fragt, warum man herumliegenden Müll fotografieren muss, wird weder hier noch dort viel Freude haben).

*Wenn ich es mir so durchlese, ist mein großes Vorbild für die Betitelung der Posts wohl Robert Gernhardt, der ein Gedicht mal "Amour fou in der Metzgerei Illing" genannt hat. 

Freitag, 9. Januar 2015

Vor dem Verkehrsministerium

Ich weiß, dass das Thema ein bisschen überstrapaziert ist, aber mir macht es immer noch Freude. Die westliche Invalidenstraße ist inzwischen eigentlich baustellenfrei, es fährt sogar die Straßenbahn. Eine kleine Baustelle gibt es aber immer noch und zwar genau in der Zufahrt des Verkehrsministeriums.* Natürlich könnte es ein Zufall sein, dass über drei Jahre immer eine Baustelle vor dem Verkehrsministerium ist, die den Zugang enorm erschwert und dass dort immer eine Baustelle bleibt, auch wenn ansonsten alles schon fertig ist. Es könnte Zufall sein, aber...

... das kann doch kein Zufall sein? Die verpfuschte Absperrung? Die rot-grünen Plastikröhrchen? Mein Tipp: Entweder Aktionskunst oder extrem coole Bauarbeiter.


*Gut, die großen Dienstwagen halten direkt vor dem Hauptportal.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Star Wars in der Invalidenstraße



(Wird Zeit, dass es wieder heller wird in der Früh. Die Fotos wären zwar nicht besser, man würde aber vielleicht mehr erkennen.)

Mittwoch, 7. Januar 2015

Gefälligkeitscontent

Letzthin hatte ich noch geschrieben, hier stünde ohnehin nur das, was ich hier sehen will. Der Nachbar hat mich nun aber durch geschicktes Insistieren dazu gebracht, hier ein Foto von ihm und seiner epochalen Eisbar aufzunehmen. Auch wenn ich nun schon seit Jahren auf seinen Gastbeitrag zur Wurzelsperre warte, will ich mal nicht so sein. Das Foto ist auch wirklich stimmungsvoll.





Dienstag, 6. Januar 2015

Interkulturelle Kompetenz

Nach den Feiertagen war eine Freundin samt Sohn und französischem Ehemann auf Besuch. N., der Ehemann, kann schon passabel Deutsch, ich konnte seine Kommunikationsfähigkeiten aber durch einen Vier-Sätze-Intensivkurs noch erheblich steigern. So wird er nie mehr um eine passende Antwort verlegen sein!

Die Zaubersätze lauten:

"Problem?"  (optional: dazu unteres Augenlid mit Finger leicht herunterziehen)
"Was los, du Arsch?"
" 'fs Maul?"
"Die Messer sind schon geschliffen!"*

Wir haben das in der Straßenbahn dann mehrmals geübt. Frau Ackerbau war aber etwas sauer auf mich (bei den Söhnen hat es meiner street credibility allerdings geholfen).




*Auf die Kombination Berliner und Allgäuer Street-Weisheiten in Satz 3 und 4 bin ich ziemlich stolz.

Montag, 5. Januar 2015

Sonntag, 4. Januar 2015

Allgemeine Betrachtungen zum kulturellen Niedergang (1)

Martin Luther hat 1521 in nur elf Wochen das gesamte Neue Testament übersetzt. Ich habe jetzt in den knapp zwei Wochen Weihnachtsferien nur unsere Gewürzschublade aufgeräumt. Wo soll das alles nur enden?

(Wenn ich die Adresse des Deutschen Gewürzmuseums gehabt hätte, hätte ich nicht so viel wegschmeißen müssen.)

Samstag, 3. Januar 2015

Geräteanleitungen für Paranoiker

Im Dezember haben verschiedene Haushaltsgeräte bei uns den Geist aufgegeben. Es gibt ja offenbar ein Gesetz, dass das immer bei drei Geräten in Folge passieren muss. Also neu eingekauft und festgestellt, dass die Geräteanleitungen in den letzten 10 Jahren etwas... anders geworden sind. Oder gibt es inzwischen mehr Geräuschparanoiker?

Eigentlich genau das Richtige für mich. Im kleinsten Raum unseres Hauses sitze ich manchmal und höre die Lüftung pfeifen und bilde mir dann ein, leise Stimmen in dem Pfeifen zu hören. Letzthin hatte ich allerdings den Eindruck, dass da nicht nur ein leises Stimmchen zu hören sei, sondern eine Art undeutlicher deutscher Kinder-Hiphop. Das machte mir dann doch etwas Sorgen, ich war dann aber beruhigt, als ich feststellte, dass die Nachbarskinder bei der Kälte vor dem Haus saßen und irgendwelche Kinderkassetten anhörten. Doch noch nicht vollkommen verrückt. Frau Ackerbau hat auch letzthin versucht, mich weiter in Richtung Wahnsinn zu treiben, indem sie ihr Mobiltelefon mit angeschalteter Musik in leisester Lautstärke auf den Küchentisch legte, während die Geschirrspülmaschine vor sich hin rauschte. Ich war 10 Minuten beschäftigt, die gesamte Unterhaltungselektronik und Küchengeräte zu prüfen, bis ich die Quelle der merkwürdigen Geräusche orten konnte. Vorher hatte ich den Eindruck, die Geschirrspülmaschine würde beim Rauschen kleine melodische Elemente einbauen.

Freitag, 2. Januar 2015

Voralpenländisches Know-how

Nun hat's dann im letzten Jahr doch noch geschneit und die Berliner waren wieder überrascht, völlig unvorbereitet und unorganisiert. Das kann natürlich mir, der quasi bei Luis Trenker im Rucksack aufgewachsen ist, nicht passieren. Oder doch?



Auf der Plusseite: Meine geliebten Gartenschuhe sind nun endgültig hinüber. Frau Ackerbau freut's.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Jahresrückblick


(Irgendjemand hat bei unserem Fernseher die Untertitel für Hörgeschädigte eingestellt und irgendjemand anders beim ZDF dachte wohl, dass man sich an Silvester keine richtige Mühe mehr in der Untertitlung geben muss. Aus dieser Kombination ergaben sich für mich die lustigsten 10 Fernsehminuten 2014.)

Militante Nachspeise

(Zugleich ein Beitrag zu Rosen-Ruthies I see faces-Projekt)


(So sehen Reste aus, die aber auch noch sehr gut schmecken. Wie man die Nachspeise macht, steht hier.)