Everybody's fucked in his own special way

Samstag, 23. September 2017

Was man in Lichterfelde Ost alles lernen kann

1. Purple Schulz und Hasenscheiße* spielen auf dem Stadtfest in Teltow.


2. Was die größte Offenbarung ist:


(Ihr seht noch nichts?)


Jo, das kommt hin. 


*Ich weiß nicht, wer Hasenscheiße ist. Ich will die nicht googlen.


Samstag, 9. September 2017

Ein Spaziergang im Prenzlauer Berg

Letzthin habe ich J.S. um 7.40 Uhr zu seiner neuen Schule begleitet, hatte aber den nächsten Termin erst um 10 Uhr in Friedrichshain. Ins Büro gehen lohnt nicht, wieder nach Hause auch nicht, also nahm ich mir die Zeit für einen gemütlichen Spaziergang durch den Prenzlauer Berg, den ich inzwischen nur noch aus den Fenstern der Straßenbahn kenne. 

(Heute ist Samstag, ich nehme an, Ihr habt ein bisschen Zeit mich beim Spaziergang zu begleiten.)

Zunächst sah ich auf der Straße ein wunderschönes Herbststillleben:

Überhaupt sind die Straßen im Szeneviertel natürlich genau so schlecht wie überall, so dass man einige sehr schöne Oberflächenstrukturen sehen kann. 

Dass die Leute dort ein bisschen bekloppt sind, kann man allerdings an den Aushängen an den Laternen sehen. Ich bin nicht in der Lage festzustellen, ob das authentisch ist oder eine Art virale Werbung für was auch immer sein soll, aber ich nehme mal an, wenn's eine virale Werbung wäre, dann wäre sie auf englisch (vgl. auch Spahn, Jens). 

Bei der kurzen Rast auf der Parkbank stellt man auch fest, dass hier andere Leute auf den Bänken sitzen als anderswo in Berlin. Irgendwer hat einen umfassenden Vorbericht der Anlageausschusssitzung eines Universal Investment Fonds liegen lassen. Ein paar hundert gebundene Seiten. Bekloppt. 

Fast sympathisch ist dann ja schon diese Kneipe, die mit "Serious drinking" und "No Wifi" wirbt. 

Eine Grundschule wird von einem Hund und einer Katze bewacht. Hier nur die Katze, um mich herum waren schon relativ viel nervöse Leute, die Sorge hatten, weil ein älterer Herr eine Grundschule fotografiert. 

Interessant: Die Katze über der Weltkugel, als pantokrator, Weltherrscherin. 

Weiterer netter Fassadenschmuck der Schule, bekloppte Ornamente der Gründerzeit. Ich wette, dass diese Ornamente kaum einem der Schüler, die hier jeden Tag hinein gehen, aufgefallen sind. 

Man kann nicht durch den Prenzlauer Berg gehen, ohne immer wieder an den verstummten Propheten des Berliner Niedergangs zu denken; da braucht es auch gar nicht solcher Erinnerungen:

Auf dem Spielplatz: Anti-Gentrifizierungs-Graffiti.

Gleich danach: Eines der deutlichsten Zeichen für Gentrifizierung, das ich bislang gesehen habe. Während anderswo in Berlin Leute ihren Müll mit einem Zettel "Zum Verschenken" vor die Tür stellen, steht hier ein Weinregal. Ein Weinregal! (Während ich das schreibe, läuft es mir eiskalt über den Rücken: Wir haben auch schon mal eines vor die Tür gestellt, zusammen mit lauter Kinderkram. Scheiße! Enttarnt bzw. ertappt.)



(Unseres war schöner.)

(Wer vermutet, dass mich an diesem Bild vor allem die Struktur des Putzes und das Muster des Kopfsteinpflasters fasziniert, kennt mich schon ziemlich gut.)

Ein unbekannter Künstler fasst die Eindrücke in vier Worten zusammen:


Zum Schluss noch, als Zugabe kurz vor dem Märchenbrunnen, ein wunderbares Wandbild, das mich besonders anspricht, weil ich eine heimliche Schwäche für schöne wilde Frauen, die fünf Stockwerke groß sind, habe. Man findet sie nur so selten! (Vielleicht sollte ich häufiger in den Kater Blau, Rewe oder zu Codetalks?)