Everybody's fucked in his own special way

Sonntag, 15. Oktober 2017

Bedeutende Dienstreisen (32)

Als ich am Hauptbahnhof stehe, ziehen dunkle volle Wolken über den Berliner Himmel, in mehreren Schichten, offenbar sind die Windgeschwindigkeiten in den verschiedenen Höhen sehr unterschiedlich. Es sieht irgendwie so aus, als hätte ein ambitionierter Regisseur hier eine 3D-geeignete Computeranimation bestellt. 

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Bei der Fahrt von Berlin nach Hamburg fragt man sich immer, ob Deutschland wirklich so eng besiedelt ist. Vorbei an Industrieruinen, endlosen Feldern, Windturbinen. Wunderbare Bilder, allerdings kann man bei 220 km aus dem Zugfenster nicht gut fotografieren. Bei mir am Tisch sitzen junge Frauen, die sich auf englisch unterhalten. Sie haben ihre Laptops vor sich und schieben Zahlen für ein Budget hin und her. Die Kleidung ist unauffällig, nichts von dem üblichen Business-Outfit, alle sind wohl unter Dreißig. Hätte mich interessiert, welche Branche das war. Aber nach drei Minuten war klar, wer die Chefin bei dem Trupp war. 



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Was mich an Hamburg fasziniert, ist, dass man nur irgendwo mit der U-Bahn hinfahren muss, um Gegenden zu finden, die viel abgeranzter sind, als alles was man in Berlin findet. Ich weiß nicht, ob das jetzt schon Berliner Lokalpatriotismus ist. Ich schaue mir nicht genau an, wo ich hin muss, steige falsch aus und kann ein bisschen herumspazieren. In Hamburg findet man auf der Straße allerdings viel mehr kaputte Regenschirme als in Berlin.

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Der Hafen ist schon beeindruckend. Wenn man einfach gegen die Sonne fotografiert, kriegt man auch ein paar nette Bilder. 

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Vor meinem Termin gibt es eine Besichtigung der Elbphilharmonie. Ich habe das Thema bis jetzt einigermaßen verschlafen, dachte mir, ich steige irgendwo aus und gehe dann einfach auf das hässlichste große Gebäude zu, das ich sehe, aber da gab es zu viel Auswahl. Also nähere ich mich mit Handynavigation. Wir haben eine hansatisch wichtige Führerin, die uns gleich erklärt, dass man nicht fotografieren kann, weil sonst der Archtitekt schlimm weinen muss. (Aus mir unerfindlichen Gründen erklärt sie, dass man die Handys auf "Flugmodus" stellen soll, weil nicht fotografiert werden darf.) Als erste Attraktion gibt es eine lange Rolltreppe. Glamouröser kann es ja kaum noch werden. 

(Ich durfte nicht fotografieren, bitte jetzt selbst lange Rolltreppe vorstellen. Groovy, wa?) 

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Ich habe ja leider von Architektur keine Ahnung und auch keinen Ehrgeiz, das grundlegend zu ändern. Die Elbphilharmonie ist aber in erster Linie ein großes Treppenhaus, in dem es keine geraden Linien gibt. Also etwa, Hundertwasser, allerdings ein Hundertwasser, dem die Farben ausgegangen sind, da alles entweder Eichenparkett (von speziellen Eichen aus Spanien, die von 100jährigen Schnitzern nackt mit kleinen handgeschmiedeten Messern in Form geschnitten wurden ) oder weißer Putz (der aus sieben Schichten afrikanischen gestoßenen Muschelschalen besteht) ist. Ich stelle mir Architekten vor, die sich freundliche Drogen einwerfen, abstruse, irrsinnig teure und sinnlose Ideen sammeln, am nächsten Tag zum Auftraggeber gehen, um ihn ein bisschen zu verarschen, und dann äußerst überrascht sind, dass alles anstandslos genehmigt wird. Die Führerin erläutert auch, warum es ein äußerst geschickter Schachzug war, bei der ursprünglichen Entscheidung die Kosten um den Faktor 12 zu niedrig anzugeben. Aber ich bin ja ganz in der Nähe von Neuschwanstein aufgewachsen, da ist man derlei Größenwahn gewohnt.

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Aber wollen wir mal nicht so sein, so eine knappe Milliarde zahlt man doch gerne. Und immerhin wird die musische Ausbildung von Kindern gefördert (or so they say). Der Konzertsaal wurde natürlich auch von einem japanischen Meisterakustiker gestaltet, der in der Nacht in sich hineinhört und an seinem Bauchglucksern den Füllstand des Magens auf den Kubikzentimeter genau berechnen kann. Gute Männer kosten halt auch Geld. Die Führerin erzählt auch etwas davon, dass der Konzertsaal akustisch entkoppelt sei, weil es tatsächlich störend sein könnte, während eines Konzerts das Tuten der Nebelhörner der Kreuzfahrtschiffe zu hören. Wer hätte das gedacht! Wunder der Technik! Und letzthin hätten die Einstürzenden Neubauten gespielt, da hätte man draußen nix gehört! (Wie schön!) Auf Nachfrage eines Teilnehmers, wer denn die Einstürzenden Neubauten seien, antwortet sie "eine herzerfrischende Mischung aus Punk und Heavy Metal". Genau, genau!

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Äußerlich ungerührt, innerlich erschüttert geht es dann zum eigentlichen Meeting. Ich wurde gebeten, etwas zu einem Thema zu erzählen, das eigentlich keiner hören will. Wenn ich nicht gerade mit sinnlosen Aufträgen durchs Land reise, ist das Überbringen schlechter Nachrichten mein eigentlicher Job. Die Diskussion überstehe ich, ohne dass mir körperliche Gewalt angedroht wird, ein schöner Erfolg. 

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Die Zugfahrt nach Hause bleibt ereignislos. Am Abend eine Nachwirkung des Tages: Ich rege mich eine halbe Stunde lang über einen belanglosen Zeitungsartikel auf, obwohl ich mich eigentlich selten aufrege. Den Mund zu halten, wenn jemand von "herzerfrischenden Mischungen von Punk und Heavy Metal" spricht, hat halt seinen Preis.  

(In der Nacht träume ich davon, dass ich der Elbphilharmonie ein paar Millionen spende und dafür ein paar Urinale in der Philharmonie mit persönlicher Widmung versehen werden.)

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Ja, möglicherweise bin ich noch beleidigt

Hallihallo Ihr Lieben!

Fällt es Euch gerade auch so schwer, bei diesem grausigem  Wetter aufzustehen? Da kuschele ich doch lieber noch fünf Minuten mit meiner "Göttergattin", bevor ich für unsere zwei Racker das Frühstück bereite *grins*.

Und am schönsten ist es doch, wenn man dann noch ausgiebig mit den "Stubentigern" schmusen kann. Awww!

Was macht Ihr, damit Ihr bei diesem "trüben" Wetter gleich richtig "auf Touren" kommt? Schreibt es doch einfach in den Kommentaren! Wenn Euch dieser Post gefallen hat, dann teilt ihn doch auf Facebook, Instagram, Snapchat und SchülerVZ und schaut auch mal bei meinem Affiliate-Shop vorbei! Mit dem Aktionscode "Kuschel" gibt es 10% auf alles*.

Immer schön knuddlig bleiben

Euer 

Acki





*Außer Tiernahrung und Zeitschriften.

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Herzchen

Ein Nachtrag zu dem gestrigen Post über Twitter, da dieser möglicherweise einen falschen Eindruck vermittelt:

Bei Twitter ist es mir genau wie hier im Blog relativ egal, wie groß die Resonanz insgesamt oder auf einzelne Beiträge ist. Ich mache das, was mir gerade so einfällt; ab und zu wundert es mich dann, dass die Resonanz so gering ist, ab und zu finde ich es rätselhaft, dass die Resonanz so groß ist. Wenn man das wirklich mit Reichweiten-Ehrgeiz betreiben wollte, hätte man die Bemühungen entweder schon längst einstellen  oder etwas besser strukturieren müssen.  Auf beides habe ich aber - aus ganz verschiedenen Gründen - keine Lust. 

Bei Twitter werden Herzchen verteilt, die im Wesentlichen zeigen, dass man einen Tweet wahrgenommen hat und in irgendeiner Form gut findet. Damit hat man ein ganz interessantes Maß für die Beliebtheit einzelner Äußerungen. Wenn man hier Ehrgeiz hat, führt das natürlich dazu, dass man versucht, Dinge zu schreiben, von denen man annimmt, sie würden möglichst vielen gefallen. Deswegen verfolge ich das nicht allzu genau, es sei denn, einzelne Tweets entfalten eine (für mich) außerordentliche Wirksamkeit (wie die gestrigen Beispiele).

(Nach dieser umständlichen Einführung der eigentliche Punkt:)

Es gibt eine Sache, die ich hier im Blog prima finde: Es gibt praktisch keine Kommentare, die das Äquivalent eines (bloßen) Herzchens wären. Damit meine ich die kurzen Lobausrufe. Einmal im Jahr darf meinetwegen jeder einmal schreiben, dass er einen Post oder ein Bild besonders gut fand, aber ansonsten finde ich es gut, dass die Kommentare (die ja gerne auch nett sein dürfen) hier regelmäßig einen neuen Beitrag, einen andere Sichtweise oder vielleicht auch einen schrägen Scherz bringen. Wenn ich mich in anderen Blogs durch eine Vielzahl von Kommentaren wie "Schöner Beitrag", "Tolles Bild" kämpfen muss, macht mich das wahnsinnig (wenn entsprechende Kommentare von mir unbekannten Personen hier im Blog auftauchen, lösche ich sie auch meistens)Der gestrige Post soll jetzt bitte auch nicht so verstanden werden, dass ich solchen Zuspruch wünschte oder brauchte. Ansonsten beginne ich dann auch jeden Blogbeitrag mit "Hallihallo meine Lieben".