Everybody's fucked in his own special way

Donnerstag, 9. November 2017

S 1

Auf dem Heimweg in der S1. Draußen ist es schon dunkel, die Bahn ist gut gefüllt. Ich stehe in der Tür, schaue von meinem Smartphone auf, um zu sehen, an welcher Station wir sind. Meine Mitreisenden schauen auch auf die Handys oder in Bücher, einer trinkt sein Feierabendbier. Ich schaue durch den Waggon, da fallen mir, nacheinander, drei Frauen auf, die sich ebenfalls im Waggon umsehen. Alle drei haben kupferfarbenes rötliches Haar, leicht geflochten. Sie sitzen weit auseinander, dürften etwa 25, 40 und 60 Jahre alt sein. Sie könnten die gleiche Person, nur in verschiedenen Lebensaltern, sein. In einer S-Bahn, in der niemand die Mitfahrenden ansieht, sehen sie mich, nacheinander, mit müden Augen an,  und senken dann den Blick, als hätte ich einen Test nicht bestanden. Für einen Moment bin ich mir fast sicher, in eine merkwürdige Zeitreisenden-Geschichte geraten zu sein. Was passiert jetzt noch in der S 1, dass die Zeitreisende in drei Manifestationen mitfährt? 

Bevor ich es erfahre, muss ich aussteigen.