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Dienstag, 29. Januar 2013

Found in translation

Zu den Freuden des Bloggens gehört es, sich anzusehen, wie die Leute den Weg auf die Website finden (zwei eher pikante Beispiele davon wurden in diesen zwei Blogposts erzählt).

Man kann sich vorstellen, dass jemand wie ich, der die kosmischen Mysterien in den Berliner Straßendreck hineinliest, von den Merkwürdigkeiten, die die Google-Anfragen bieten, begeistert ist. Warum landet jemand, der "Chinesen müssen Eltern besuchen"  sucht (oder "schwedischer Zeltofen M39") bei mir?  Was sucht jemand, der "natürlich, aber gerne" eingibt? (und was findet er?). Warum alle Sucher der kaputten Fahrräder bei mir landen, ist mir schon eher klar.

Aber letzthin habe ich etwas neues gesehen: jemand, der aus dem Ausland auf die Seite zugriff, hat sich eine Seite bei Google  übersetzen lassen, wahrscheinlich, weil er sich keinen Reim darauf machen konnte. So konnte ich mir einmal eine englische Version des Blogs ansehen. Die Übersetzungsprogramme haben offensichtlich Fortschritte gemacht seit der Zeit vor vielen Jahren, als ich mir mit einem Kollegen im Büro die Zeit damit vertrieben habe, kurze Texte so lange durch die Babelfish-Seite zu jagen und von einer Sprache in die andere zu übersetzen, bis nur noch Unfug übrig blieb. Nein, die Übersetzung ist zwar manchmal etwas eigenwillig, hört sich aber überraschend elegant an. "Ende einer Dienstfahrt I" beginnt folgendermaßen: "The terrible Schienenersatzverkehr forces me to try new connections and so I find myself more often now in Wedding on Nettelbeckplatz while waiting for the M27." Das klingt wie von jemand geschrieben, der mit Tweedanzug durch die Stadt rennt und dann abends mit der Goldfeder Briefe an seine Familie in Süd-England verfasst. Nichts könnte weiter von der Wirklichkeit entfernt sein, aber eine nette Vorstellung. Auch der Schlusssatz scheint mir wunderbar: "Although, in Wedding, who knows."

Noch schöner finde ich allerdings die englische Version der Blog-Beschreibung: "News of vegetable breeding, weed, giant stuffed animals, missions, music and car Pommer". Das scheint mir nun alles ziemlich neben der eigentlichen Bedeutung, aber es hat doch poetische Schönheit: Giant stuffed animals! Die haben dem Blog ohnehin in letzter Zeit gefehlt, deswegen hier noch einmal der erste Auftritt der Riesenkuscheltiere (die sieben Besucher, die das im Juli 2012 schon mal gesehen haben, bitte ich wegen der Wiederholung um Entschuldigung):


 

2 Kommentare:

  1. Oh ja, die Freuden des Betrachtens der Suchbegriffe kann ich ebenfalls teilen!
    Bei mir stelle ich immer wieder fest, dass man mit der Kombination "irgendein Nomen"+zeichnen (oder ähnlich) fast immer zu mir gelangt, wie z.B. bei "gezeichneter baum", "melancholie zeichnen" oder "frau auf auto selbst gemalt". Lustig ist auch "Paul Walker E-Mail schreiben". Oder "Wie groß ist eine Hautpore?"
    Und sehr geehrt fühlte ich mich, als Google die Anfrage "besten portrait der welt gezeichnet" zu mir schickte ;->

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  2. Ich habe zu irgendeinem der Gemetzelzeichnungen von J.S. mal geschrieben "Nicht Waldorfpädagogik-tauglich", was dazu führt, dass arme Leute, die sich über Waldorfpädagogik informieren wollen, bei mir landen.

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