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Mittwoch, 10. Februar 2016

Bedeutende Dienstreisen (5)

In der Nacht merkwürdige Träume. Ich bin in der Wüste und sehe zwei Sonnen. Ich versuche, J.S. zu erklären, dass es ohne weiteres möglich sei, dass in bestimmten Teilen der Welt eben mehrere Sonnen zu sehen seien. Die Erklärung kommt mir im Traum selbst bescheuert vor. Vielleicht sollte ich am Abend nicht mehr Dr. Who sehen. 

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Das gewohnte Warten auf den TXL-Bus. Diesmal ein Blick nach rechts auf der Beusselbrücke. Ein schöner Turm, dahinter ein wunderbares Lager von alten Paletten. Der Bus kam zu schnell, sonst hätte ich mir das noch ein bisschen genauer angesehen. Sieht wie ein urbaner Geheimtipp aus. 

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Nach Nürnberg mit der Luftfahrtgesellschaft Walter. Kleine Propellermaschine, genau das, was man sich an einem stürmischen Tag wünscht. Zwei Sonnen sehe ich zwar nicht, dafür ist die eine Sonne wie ein weißer Fleck am Himmel. Das gefällt mir immer gut. 

Und vielleicht gibt es doch zwei Sonnen, weil ich ansonsten nicht verstehe, warum ich hier zum einen den goldenen Saum des Sonnenlichts unter den Wolken sehe, während die kalte weiße Sonne doch weiter oben zu sehen ist (meine Erklärungen sind auch im Wachen nicht besser).
(Das wäre auch ein schönes abstraktes Gemälde, oder?)

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Ich war, soweit ich mich erinnern kann, die letzten 43 Jahre nicht mehr in Nürnberg, habe aber heute auch nicht die Gelegenheit, allzu viel zu sehen. Das Meeting dauert zwar nicht so lange wie gedacht, ich muss aber im Anschluss noch ein paar Sachen fertigbasteln. Es fällt mir schwer, den an dieser Stelle obligatorischen irreführenden inhaltlichen Hinweis zur Dienstreise zu geben. Soviel sei gesagt: Ich weiß jetzt um einiges mehr über das Verhältnis von Energieeffizienz und Denkmalschutz. Groovy. 

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Da ich nicht in der Lage bin, sofort auf den richtigen Knopf zu drücken (wie soll man auch wissen, dass Erdgeschoss mit E bezeichnet wird), fahre ich mit dem eher antiken Fahrstuhl ein paar Mal viele Stockwerke rauf und runter. Zwischenzeitlich assistiert von einem angetrunkenen Betriebsrat (nennt mich den Sherlock des detektivischen Aufzugsmalltalks), der die Verzögerung aber nicht übel nimmt und mit einem zugestiegenen Kollegen mit Clownskrawatte unverständliche Fußballgeschichten austauscht. Ach ja, es ist Faschingsdienstag in Bayern. Ich bin mir aber nicht sicher, ob der eine an einem anderen Tag eine andere Krawatte angehabt hätte und ob der andere nüchtern gewesen wäre.  

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Ich kann meine Nürnberg-Kenntnisse nicht wesentlich erweitern, laufe allerdings durch den Nieselregen zum Hauptbahnhof. Falls ich irgendwann in Nürnberg Drogen erwerben wollte, habe ich jetzt eine gute Vorstellung, wo ich welche kriegen könnte. 

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Der Rückflug ist, von Start und Landung abgesehen, ruhig. Am Bahnhof Gesundbrunnen will anscheinend eine außerirdische Lebensform durch ein Lüftungsgitter klettern. 

(Habe ich erwähnt, dass ich nicht mehr so viel Dr. Who gucken sollte?)


10 Kommentare:

  1. (ړײ) ...DANKEschööön,
    für den - heute - spooky + himmlischen post -> zum Aschermittwoch !!! *FASTENwäreangesagt*

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  2. Huch, ich habe heute auch Thema: Traum und Foto: Himmel. Wie es aussieht wohne ich etwa da, wo auf deinem Foto der helle Streifen ist ;-)... (ne, stimmt nicht, ich habs zu einer anderen Uhrzeit fotografiert)
    Gruß Papierfrau.

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    1. Mein Foto ist vom Faschingsdienstag, 9.52 Uhr. Das müsste etwa ein Blick auf der Höhe von Leipzig sein.

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    2. achso, Leipzig.... das ist nicht wirklich meine Richtung :-)

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  3. Jetzt wirds Sciencefiction. .. zwei Sonnen ...

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    1. Das wäre auch noch eine Perspektive. Aber außerirdischen Content gibt's ja hier öfter.

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    2. Du überrascht deine Leser immer wieder mit einem neuen Genre.. ^_^

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