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Donnerstag, 9. November 2017

S 1

Auf dem Heimweg in der S1. Draußen ist es schon dunkel, die Bahn ist gut gefüllt. Ich stehe in der Tür, schaue von meinem Smartphone auf, um zu sehen, an welcher Station wir sind. Meine Mitreisenden schauen auch auf die Handys oder in Bücher, einer trinkt sein Feierabendbier. Ich schaue durch den Waggon, da fallen mir, nacheinander, drei Frauen auf, die sich ebenfalls im Waggon umsehen. Alle drei haben kupferfarbenes rötliches Haar, leicht geflochten. Sie sitzen weit auseinander, dürften etwa 25, 40 und 60 Jahre alt sein. Sie könnten die gleiche Person, nur in verschiedenen Lebensaltern, sein. In einer S-Bahn, in der niemand die Mitfahrenden ansieht, sehen sie mich, nacheinander, mit müden Augen an,  und senken dann den Blick, als hätte ich einen Test nicht bestanden. Für einen Moment bin ich mir fast sicher, in eine merkwürdige Zeitreisenden-Geschichte geraten zu sein. Was passiert jetzt noch in der S 1, dass die Zeitreisende in drei Manifestationen mitfährt? 

Bevor ich es erfahre, muss ich aussteigen.



25 Kommentare:

  1. Unsere S1 fährt von Rödermark - Ober-Roden nach Wiesbaden Hbhf....
    da jetzt auch mal, mitfahren werd!!! *augenroll*

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    1. Mach mal! Beschwer dich aber nicht, wenn du plötzlich um Jahrzehnte jünger wirst.

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    2. Rödermark, Ober-Roden, Wiesbaden? Das ist doch meine alte Heimatgegend. Schöne Grüße ins Hessische!

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  2. Du warst wohl gleichzeitig in 3 S-Bahnen unterwegs. Das kann manchmal passieren, wenn die eine Bahn zu spät ist, die andere zu früh kommt und man versehentlich in die pünktliche Bahn steigt. Dann können drei verschiedene Bereiche der Raumzeit über sogenannte Wurmlöcher (in Fachkreisen auch S-Bahn-Trassen genannt) miteinander verbunden sein und man erlebt für den kurzen Moment der Bahnfahrt mehrere zeitlich verschobenen Parallelwelten. Ist doch klar.

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    1. Um zu erklären, was in der Berliner S-Bahn so passiert, ist diese Theorie noch nicht bizarr genug.
      (Morgen gibt es übrigens einen Beitrag nur für dich!)

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    2. OLe, Acki hat dich einen Teufel genannt!!!

      (Er hat dein Pommes-Twitterbild aus Brüssel auf FB geteilt und da habe ich eben so meine Rückschlüsse gezogen... hehe)

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    3. Mein Bild auf Twitter geteilt? Das ist eine Urheberpommesverletzung! So geht's ja nicht!
      (Mist, eigentlich wollte ich morgen nur das gleiche Bild veröffentlichen, jetzt muss ich mir noch etwas einfallen lassen. Scheiß Cross-channel-social-media-Marketing!)

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    4. Vielleicht ein Bild eines frittierten Saxophons? (wurde auch in Belgien erfunden) oder ein Bild eines Atomiums, das du aus Comics in Origamitechnik anfertigst? Bin schon mal gespannt... hehe

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    5. Pömmes gehen döch immer.

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  3. Was für eine bizarre Geschichte. Man möchte unbedingt wissen wer diese Frauen sind und was sie in der S-Bahn machen. Sind sie Heilsbringerinnen oder sind sie gekommen der Erde den Todestsoß zu versetzen. Oder was könnte da sonst im Gange sein?

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    1. Ich hätte doch noch weiterfahren sollen. Aber das merkwürdigste war, dass mich alle drei angesehen haben. Niemand sieht einem anderen in der S-Bahn ins Gesicht.

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    2. Erinnert mich an die Stadt der Verdammten. Die Frauen wollten prüfen ob Sie der Auserwählte sind.
      Gruselig.

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    3. Wer mich in der S-Bahn sieht, weiß recht schnell, dass ich in keiner Hinsicht auserwählt bin...

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    4. Wahrscheinlich weil sie (vermutlich) keine rotgeflochtenen Haare haben.

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    5. Oh mein Gott, ich steige gleich in die S 1.
      Wenn mich drei Frauen mit kupferfarbenem Haar ansehen, haben wir den Salat.

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    6. Dann könntest du zu Ende erzählen. Wir fänden das gut.

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  4. Wenn selbst die drei Parzen müde aussehen ... aber es ist ja auch Berlin.

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    1. Jetzt habe ich noch einmal zu den Parzen nachgelesen. Das würde tatsächlich passen. Gruselig.

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  5. ich hätte diese ganze schöne wurmlochbegegnung vermutlich verpasst, weil ich mich die ganze zeit auf den kerl mit dem feierabendbier konzentriert hätte.

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    1. Der mit dem Feierabendbier fährt immer mit. Da ist nur die Frage: Rülpst er oder nicht?

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