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Sonntag, 14. Januar 2018

Die Schmorgurke. Eine Erledigung.

(Zugleich ein Beitrag zu der "Let's talk about vegs"-Blogaktion. Wer denkt sich denn nur immer diesen Schwachsinn aus?)


Eines der wunderbarsten Gemüse ist die Gurke. Sie hat festes Fleisch, erfrischt im Sommer wie ein Glas kaltes Wasser und hat einen leichten, zarten Eigengeschmack, wie ein Windhauch über einen idyllischen See. Wenn man Glück hat, schmeckt sie leicht süßlich, nur selten ist sie muffig oder bitter. Eine geraspelte Gurke in Joghurt mit etwas Knoblauch - schöner kann es nicht werden. Ein Schälchen Glück muss sich so anfühlen.

Der Biologe sagt, die Gurke sei ein Kürbisgewächs und die Frucht eine Panzerbeere, aber davon muss man sich ja nicht stören lassen. We had enough of experts! Wikipedia meint, es gebe im Wesentlichen zwei Sortengruppen, die Salatgurke und die Einlegegurke. Wäre es doch nur so!

Es gibt noch eine weitere Sorte, die ich auch lange Zeit gar nicht kannte. Die sogenannte Schmorgurke. Allein der Name ist eine Unanständigkeit. Wer Gurken schmort, schlägt auch Kinder. Die EDEKA-Website sagt heimtückisch, es sei eine "erfrischende Frucht" mit einem "intensiveren Geschmack" als Salatgurken. So war ich anfangs auch arglos, dachte nicht weiter über den obszönen Namen nach und aß zum ersten Mal "Schmorgurkenragout" und merkte, was sich hinter dem intensiven Geschmack verbirgt: Was eigentlich klar und frisch schmecken sollte, war auf einmal muffig und von einer Konsistenz einer halbrohen Qualle. Wie als hätte man eine Salatgurke für eine Woche im Garten vergraben und danach mit Gelatine aufgekocht. Zuerst dachte ich, das Essen sei verdorben, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass jemand freiwillig so etwas essen könnte. Ich musste dann aber feststellen, dass das offenbar so schmecken soll. Allerdings wird der widerwärtige Geschmack auch von den Anhängern mit irgendwelchen ebenfalls blasphemischen Würzungen überdeckt. Man muss nur einen Blick auf die sog. Schmorgurken-"Rezepte" werfen, um festzustellen, was für eine Abnormität dieses Gemüse ist. Gemüse für Leute, die Gemüse hassen! Da ist die Rede von Geheimrezepten! Warum, ach warum, sind sie nicht geheim geblieben? 

Ich war den Tränen nahe: Ich hatte das erste, wirklich erste Gemüse gefunden, das mir nicht schmeckt.

(Theoretischer Nachklapp: Angenommen man wäre mit jemandem verheiratet, der Schmorgurken liebt, aber dafür so verehrungswürdiges Gemüse wie z.B. Lauch nicht mag, das muss dann echte Liebe sein, oder?)


 

9 Kommentare:

  1. LET´S TALK ABOUT VEGS - mein Beitrag dazu:

    Kartoffellied

    Und viel Paste´ und Leckerbrot
    verdirbt nur Blut und Magen.
    Die Köche kochen lauter Not
    sie kochen uns viel eher tot
    Ihr Herren, laßt Euch sagen!
    Schön rötlich die Kartoffeln sind
    und weiß wie Alabaster!
    Sie däun sich lieblich und geschwind
    und sind für Mann und Frau und Kind
    ein rechtes Magenpflaster
    Matthias Claudius (1740 - 1815)

    https://www.youtube.com/watch?v=FuVmAOZQvtc

    Und die Fotos von meinen Lieblingsgerichten: Kartoffelpuffer, Kartoffelsalat, Kartoffelplätzchen mit Gurkensalat sowie Kartoffelbrot... müsst/dürft/könnt IHR Euch bildlich vorstellen (ړײ) ... Pommes gehören da aber NICHT dazu !!!

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  2. Let's talk about Blumenkohl:

    http://kiezschreiber.blogspot.de/2018/01/lets-talk-about-vegs.html

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  3. Nelly und ich lieben Salatgurken. Leider teilt Socksi unseren Geschmack gar nicht und hat sich mal richtig Luft verschafft:
    https://monstermeute.wordpress.com/2018/01/14/lets-talk-about-vegs/

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  4. Lieber Herr Ackerbau,
    ich muss hier doch noch was loswerden! Leider bin ich die ganze Zeit mit der Organisation eines Seniorengeburtstages beschäftigt gewesen, und so hatte der Tag keine Stunden mehr für einen neuen Blogbeitrag übrig. Da ich aber das hier nicht so stehen lassen kann, dieses Gegurke, fiel mir ein, dass es da doch noch mal einen lobehudelnden Blogbeitrag über die Schönheit einer Gurke auf meinem Blog gab. Geschrieben zu Zeiten, als mein Blog max. zwei russische Bots pro Woche als Gäste hatte. Da ich den also nur noch mit dem Link hierher aufhübschen musste, sehe ich meinen Beitrag auch als "außer Konkurrenz":

    https://calendula-impressions.blogspot.de/2012/07/ein-barocker-schnorkel.html

    (Wie albern der Beitrag sein kann, sieht man schon daran, wie Tante Google aus einem "Schnörkel" im Link einen "Schnorkel" macht!)

    UND: also, wenn man Schmorgurken mit den RICHTIGEN Gurken macht, nämlich Badischen Freilandgurken, die man am besten selbst im Garten zieht, die man sowohl als Salatgurken als auch als Schmorgurken verwenden kann, dann kann das auch schmecken. Ein badisches Rezept dazu findest du hier:

    http://www.badische-zeitung.de/stechls-standgericht/die-gurke-soll-schmoren--48003497.html

    Und als Antwort auf deine letzte Frage: ja, das kann nur echte Liebe sein. :-)

    Liebe Grüße
    Calendula

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    1. Liebe Calendula,
      schön, dass du auch mitmachst! Und dein alter Beitrag passt ja auch hervorragend.
      Liebe Grüße

      Andreas

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  5. Und ich nun mit einem Bohnen-Beitrag:
    https://kreuzbergsuedost.wordpress.com/2018/01/14/blogaktion-lets-talk-about-vegs/

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