Everybody's fucked in their own special way

Samstag, 14. Dezember 2019

My claim to fame

Ein früherer Kollege hat dieses Spiel mal bei uns eingeführt. Die Regeln sind einfach, man muss über eine Situation berichten, in der man mit einem Prominenten zu tun hatte. 

Er selbst hatte als (einen von vielen) Claims to fame, dass er in New York mal in einem Apartment gewohnt hat, in dem vorher Kurt Cobain wohnte.

Meine Claims to fame sind wesentlich prosaischer:

- Olaf Scholz hat mich schon einmal persönlich beleidigt*, und
- der Texter von "Delilah" und "Put your head on your shoulder" hat mir persönlich gratuliert (leider nur dazu, dass Deutschland irgendein Fußballspiel gewonnen hatte).


Und Ihr so?


*Ich bin kein Mitglied irgendeiner Partei und kann versichern, dass es nicht sonderlich schwer ist, von Olaf Scholz beleidigt zu werden. 

Donnerstag, 12. Dezember 2019

22 Jahre Berlin machen blöde

Letzter Auswärtstermin des Jahres in Stuttgart. Ich muss zu einem Büro mit der Hausnummer 4, war dort auch früher schon einmal, so dass ich mich vage erinnere. Ich finde auch die Straße gleich, gehe die Häuser entlang, es sind große Gebäude in einer Einkaufsstraße. Nummer 3 ist ein Modegeschäft, ich gehe weiter an einer kleinen Seitenstraße vorbei, schaue nach dem nächsten Haus, einem Schuhgeschäft: Das ist schon Nummer 5. Sollte ich den Eingang übersehen haben? Ich gehe noch einmal zurück, schaue auch in der Seitenstraße, manchmal sind die Eingänge ja auch in den Seitenstraßen, aber auch da ist die Nummer 4 nicht. Ich schaue mir die Eingänge an den Häusern noch einmal an, nein, da ist keine 4. Ich bin ratlos, da klingelt das Telefon. Es ist der Kollege, der fragt, ob ich rechtzeitig angekommen bin und noch zur Besprechung komme, die jetzt ja beginnen soll. Ich sage ihm, dass ich im Prinzip vor dem Haus stehe, aber zwischen Modegeschäft und Schuhgeschäft irgendwie die Nummer 4 nicht finde. Am Telefon gibt es eine kurze peinliche Pause und der Kollege sagt so sanft und einfühlsam wie möglich: Da ist die Nummer 4 auch nicht, die ist auf der anderen Straßenseite. 

Ich brauche einen kurzen Moment, um zu verstehen, und stelle mit Erschrecken fest, dass ich nach 22 Jahren in Berlin anscheinend nicht mehr in der Lage bin, ein vernünftiges und sinnvolles Hausnummersystem zu verstehen. Verstreut meine Asche an den Ufern der Panke. 

Mittwoch, 11. Dezember 2019

Reboot

Der Tag beginnt wie jeder andere, aufstehen um 6 Uhr, Tee aufsetzen, Frühstück für die Kinder machen (derzeit Toast und Marmelade), die Katzen füttern, die gefüttert werden wollen, duschen, anziehen, eine Tasse Tee trinken, Internet lesen, mit Frau Ackerbau über häusliche Fragen kabbeln, um 7 Uhr mit dem Kleinen, der auch schon größer ist als ich, aus dem Haus, auf dem Weg zum Bus noch einmal englische Grammatik wiederholt, in die S-Bahn zum Büro steigen, leicht mürrisch aussteigen am Nordbahnhof.....

... da fällt mir ein, dass ich ganz vergessen habe, die Büchse mit den Weihnachtsplätzchen einzupacken, die ich für die nächste Abteilungsbesprechung versprochen habe. 



Kurzes Nachdenken: Nein, das geht nicht. Also auf zum anderen Bahnsteig, zurück in die S-Bahn. Inzwischen ist die Sonne aufgegangen, ich sehe das Licht über dem Prenzlauer Berg. Als ich in Pankow aussteige, kommen mir die Nachbarn auf dem Weg zur Arbeit entgegen. Zuhause treffe ich noch Frau Ackerbau, setze mich noch einmal hin und trinke noch eine Tasse Tee und gehe dann mit meiner Frau um 8 Uhr zum zweiten Mal aus dem Haus, in eine hellere Umgebung und insgesamt sonniger gestimmt. 

Vielleicht sollte man öfter den Tag einfach noch einmal von vorn beginnen.