Everybody's fucked in their own special way

Dienstag, 15. Oktober 2019

Shelter from the storm


In der roten Hecke vor dem Verkehrsministerium verstecken sich die Spatzen.  Damit habe ich zwei Lieblingsthemen auf einem Bild, da macht es mir auch wenig aus, wenn das Bild gewohnt unscharf ist. Und es stört mich auch nicht, dass der Titel nicht stimmt, weil das Wetter ist hier gerade sehr schön, kein Sturm in Sicht, aber wer wollte mir hier schon sinnlose Bob-Dylan-Referenzen in Blogpost-Titeln verbieten?

Gar nicht versteckt, sondern offenbar beim Grübeln, ob sie das Ministerium übernehmen sollte, war dann ein paar Meter entfernt die Nebelkrähe. Wer hier ein bisschen mitliest, weiss, dass ich bei Nebelkrähen noch nicht einmal versuche, eine Erklärung für die Bilder zu finden. Nebelkrähe genügt vollauf, um hier auf dem Blog zu landen.


Montag, 14. Oktober 2019

Im Wald

Geregnet hat es inzwischen genug, also der zweite Versuch dieses Jahr in die Schwammerl zu gehen. Sonntag nachmittag ist nicht unbedingt die beste Zeit dafür, da sind schon vorher Horden durch den Wald spaziert. Der Parkplatz war auch voll, großer Betrieb.

Der Wald ist aber auch groß genug, ich gehe immer noch einen knappen Kilometer zu einem Waldstück, in dem man eigentlich immer etwas findet, wenn es denn überhaupt etwas gibt.

Und tatsächlich stolperte ich dort gleich über die ersten Maronen. In knappen 40 Minuten fange ich mehr als in den letzten zwei Jahren.Die Familie feut sich über das Abendessen.

Richtig angekommen ist man erst, wenn man seinen eigenen Pilzplatz hat.



Sonntag, 13. Oktober 2019

Besuch im Nebenzimmer (30)

Was war denn im letzten halben Jahr im Zweitblog los? So lange ist es schon her seit der letzten Übersicht, ehrlich gesagt, hat sich dort auch nicht so viel getan, ein paar schöne Dinge haben sich dort allerdings angesammelt. 


Eine kurze Erinnerung an das (erste?) Punk-Konzeptalbum, "Zen Arcade" von Hüsker Dü und ein besonders eindrückliches Lied davon. Es heißt "I will never forget you", man selbst wird's auch nicht vergessen, wenn man es einmal gehört oder ertragen hat. Dann kommt eine kurze Reihe mit Sommerliedern. (Ihr erinnert Euch? Es war ziemlich heiß.) Passend beginnt es mit "Heißer Sommer" von Chris Doerk und Frank Schöbel und man kann sich ein paar nette Bilder von Leipzig aus den Sechzigern ansehen. Ich mag das Lied wirklich gerne, aber jetzt muss man wieder bis zum nächsten Jahr warten. Dezidiert westlich wird es wieder bei den Betrachtungen zu Hitze und Sex, und zwar mit den verehrten Hans-A-Plast und Ideal. Da wir schon in den Achtzigern sind, können wir uns auch Bananarama als Automechaniker ansehen, wie sie vom grausamen Sommer singen. Doch, doch, das ist ganz nett. Für Traditionalisten gibt es dann Summertime, allerdings in einer DIY-Version, aus Gründen mit einem Video unterlegt, bei dem ich durch einen Olivenhain in Korfu stampfe. Jaja, fish are jumping und der cotton ist high. Schließlich der Punk-Sommerhit von den Undertones. Das könnte eventuell das Lied sein, bei dem man auch im November dann noch ein paar Sonnenstrahlen spürt. Aus Gründen, die ich auch nicht mehr ganz nachvollziehen kann, endete dann die Sommerreihe, dafür konnte ich eine alte beliebte Reihe wieder aufgreifen: Verbrechen auf Schallplatte. Benny, die alte Pfeife, hat in den Siebzigern nicht nur "Ca plane pour moi", sondern auch "If the kids are united" eingedeutscht. Schlimm, schlimm, schlimm. Ich zitiere mich mal kurz selbst: "Benny schaffte es, den systemkritischen Sozialkitsch von Sham 69 in systemkonformen Sozialkitsch umzuwandeln. Erfolgreich war es trotzdem nicht. Nachdem ich es mir jetzt zweimal angehört habe, möchte ich mir die Ohren ausspülen bzw. abschneiden."


Im August ging endlich die Konzertsaison wieder los, ich habe mir zunächst Flipper mit Mike Watt angeschaut: "Die Oldies stürmen die Bühne, man kann sich eine Kollektion von Frisuren ansehen, die bei älteren Leuten doch merkwürdig aussehen, dazu kommt David Yow, der irgendwie aussieht wie der spillrige, nervige Onkel, der bei Familienfeiern alle zutextet. Insoweit eigentlich ein passender Flipper-Sänger. Als er auf die Bühne kommt, merkt man schon, dass er breit wie eine Natter ist, man muss allerdings sagen, dass er trotzdem beeindruckend gesungen hat. Als erstes springt er von der Bühne ins Publikum, das ist schon ein sehr mutiger Move, wenn man eigentlich die kleinste Person bei einem Konzert ist." Es geht Schlag auf Schlag weiter mit zwei Konzerten an einem Abend, Liga der gewöhnlichen Gentlemen und Bob Mould: "Draußen stehen auch schon Teile der Band, ein netter Mensch kommt vorbei und verteilt Freibier (Astra, allerdings, obwohl es im Schokoladen auch Augustiner gibt). Wir beschließen hineinzugehen, bevor es total voll wird und machen dabei die beste strategische Entscheidung des Abends: Wir stellen uns einfach vor den Ventilator, was wirklich der beste Platz überhaupt war." Wenig später das nächste Konzert mit Holy Moly & the Cracker, bei denen Julii Sharpe und Keiran Thorpe als Vorgruppe spielte. Schließlich ein kurzer Text über das neue Video von Art Brut zu dem schönen Lied "Your enemies are my enemies too". Danach noch ein Zufallsfund, Belton Sutherland, ein Bluesgitarrist, von dem man nur ein paar Filmaufnahmen aus den Siebzigern kennt. Ich habe selten so etwas beeindruckendes gesehen, deswegen verlinke ich das Lied hier gleich direkt noch einmal:
Und auch einen anderen Blues verlinke ich hier noch einmal, den von Julii Sharpe und Keiran Thorpe. Auch von ihnen gibt es derzeit noch keine Platte zu kaufen, sondern man kann sich nur ein paar verstreute Videos angucken, aber aus denen wird noch einmal etwas. 

Mal sehen, ob es bis zur nächsten Zusammenstellung wieder ein halbes Jahr dauert. Die gesammelten Inhaltsverzeichnisse des Zweiblogs findet man wie immer unter dem Tag "Nebenzimmer".

Samstag, 12. Oktober 2019

Fische und Knaben

Ich habe keine Ahnung, was die Künstler im letzten Jahrhundert dazu bewogen hat, den nackten Knaben mit Fisch als beliebtes Motiv einzuführen. Ich kann mich daran erinnern, dass bei uns im Freibad am Kinderplanschbecken eine Bronzestatue eines Knaben stand, der zwischen seinen Beinen einen großen Fisch eingeklemmt hatte, aus dem dann das Wasser spritzte. Das fand ich schon damals aus verschiedenen Gründen gruselig. 

Im Prenzlauer Berg ist mir auch so eine Skulptur begegnet, die man auch beim besten Willen nicht anders als verstörend bezeichnen kann. Steht da aber noch auf dem Sockel, es stört sich keiner dran.  (Das erste Mal, als ich das Bild im Blog hatte, nannte ich den Post... ach, seht halt selber nach.)

Gestern sehe ich in Düsseldorf das Motiv als Sandsteinornament, in der eher drolligen Putten-Variante.

Heute schickt mir Frau Ackerbau aus Aachen folgenden Knaben mit zwei Fischen (ich weiß nicht, ob es zum Sujet gehört, dass die Burschen immer so angewidert drein gucken müssen; andererseits, würde ich auch, würde ich auch). 

Mir ist das alles rätselhaft, ich muss aber natürlich zugeben, dass ich liebend gerne einen eigenen Blog mit dieser Knabenfisch-Kunst eröffnen würde (Fischmänner sind ja hier auch durchaus immer wieder ein Thema, fällt mir gerade ein, vielleicht habe ich ja ein Problem). Um Hinweise und weitere Beispiele bin ich dankbar. Das wäre flunderbar (wenn Frau Karpfenblüte noch in der Nähe wäre, würden sich jetzt die Kommentare mit schlechten Fischwortspielen füllen, das wäre hecht schön.)

Freitag, 11. Oktober 2019

Donnerstag, 10. Oktober 2019