Everybody's fucked in their own special way

Montag, 18. März 2019

Heiligtümer der Alten Götter

Absägen und mit Stacheldraht einwickeln wurde mehrfach probiert, hilft aber nicht: Der Baum wächst immer wieder zu seiner jedes Gefühl für Proportion verspottenden Gestalt. Jeden Montag muss die Stadtreinigung die widerwärtigen Opfergaben, die vor dem Baumtorso abgelegt werden, einsammeln und vernichten. Die Schriftzeichen auf den kleinen Zetteln, die manchmal dabei sind, konnten bis jetzt nicht identifiziert werden.

Das Bezirksamt sagt auf Nachfrage, es handle sich um "Kinderstreiche", doch alle Anwohner wissen es besser.


Sonntag, 17. März 2019

Samstag, 16. März 2019

Zukunft

In der Invalidenstraße finden die Schülerdemonstrationen am Freitag statt. Ich sehe die jungen Leute, es sind mal mehr, mal weniger; heute war ein richtig großer Aufmarsch, die Polizei sprach von 15-20.000 Leuten. In den Eltern-E-Mail-Gruppen der Schulklassen tobt eine Schlacht über Demonstrationen und Schulpflicht, die mit den schlimmsten Sanktionen der Eltern-E-Mail-Gruppen endet: Man maßregelt sich gegenseitig wegen E-Mail-Formalien. 

Die Transparente sind teilweise merkwürdig, einer trägt ein Pappschild mit "Wir wollen ficken" herum. Warum nicht. In den Zeitungen tobt auch eine Schlacht, die sich manchmal so liest als wären die alten Zyniker überzeugt, dass jeder genauso zynisch ist wie sie oder zumindest, dass jeder, der nicht zynisch ist, doof sei. Das ist eine Position, die moralisch so bankrott ist, dass ich sie nicht einmal vertreten wollte, wenn sie denn stimmte. Ich nehme aber an, den Demonstrierenden ist die Meinung der Erwachsenen zu ihrem Tun ohnehin etwa so wichtig wie der Mehrheitsgesellschaft die Zukunft der nächsten Generation wichtig ist. Meinen Segen brauchen die Jungen nicht. Aus meiner Sicht auch nicht den Segen der Schulen. Ziviler Ungehorsam setzt eben Ungehorsam voraus. 

Ich habe das Gefühl, dass es nicht schaden kann, dass die junge Generation sich daran gewöhnt, dass man bestimmte Dinge manchmal machen muss, auch wenn nicht alle einverstanden sind oder auch wenn es zu persönlichen Nachteilen führt. Sie werden Übung darin brauchen können. Ich wünsche ihnen viel Glück.

Donnerstag, 14. März 2019

Zehlendorfer Pflasterstrand

Das dynamische Kopfsteinpflaster-Kunstprojekt am Nordbahnhof wurde zwar jäh beendet, die liebe Annika sandte mir aber diese Belege, dass die Pflasterkunst im bürgerlichen Westen noch gepflegt wird. Kein Wunder, da wohnt die Kultur!

Für alle, denen diese Woche zu wenig Pflastersteine im Blog waren, also eine neue Ladung:



Mittwoch, 13. März 2019

Tagungsnachlese

Ein Kollege erzählt mir, wie seine Kieferchirurgin ihm einmal versehentlich den Kiefer gebrochen hat. 

Ein ehemaliger Kollege erklärt mir seine Blockchain. 

Irgendwo bellte ein Hund.