Everybody's fucked in their own special way

Donnerstag, 13. Mai 2021

Das Konzert

Ich bin denkbar schlecht als ornithologisch Interessierter: Meine Augen sind nicht gut genug, um Vögel auf Entfernung zu erkennen, und ich kann mir nur sehr schlecht merken, wie man Vögel am Gesang erkennt. Ich kann das tausendmal lesen und doch gleich wieder vergessen. Vor Jahrzehnten hat mir mal jemand erzählt, es gebe einen Vogel, dessen Ruf so klänge wie "Bring mir mal ein Weizenbier". Nach jahrzehntelangem Rätseln habe ich dank Internet rausgefunden: es ist die Goldammer. Gehört habe ich noch keine.

 Meine Hausamsel macht's mir nun leicht, mit ihrem dauernd gleichen Lied, und seit ich mir mal gemerkt habe "Mönchsgrasmücke = Amsel auf Speed" höre ich auch die heraus, ansonsten ist es hoffnungslos.

Da man nach der Tegelschließung wieder mit offenem Fenster schlafen kann, habe ich jetzt ein paar Nächte zur Morgendämmerung einen lauten eigentümlichen Vogel gehört. Ich hatte die Vermutung, es könnte eine Nachtigall sein, war aber nicht sicher. Jetzt weiß ich, wenn der Gesang schmatzende Space-Invaders-Geräusche enthält, ist's eine Nachtigall. Aber warum in der Früh? Hatte Shakespeare unrecht? "Es ist die Nachtigall und nicht die Lerche." Aber, auch wieder gelernt: Single-Nachtigallen singen abends, Familien- Nachtigallen zum Sonnenaufgang. 

(Der singt nicht, der krächzt nur.)



Dienstag, 11. Mai 2021

Die Blüten des fleißigen Gärtners

 Der majestätische Kohlrabi, der irgendwie vom letzten Herbst noch stehen geblieben ist. Vielleicht sät er sich selbst aus und wir haben nächstes Jahr, der Löwenzahnwiese gleich, ein Feld voll Wildkohlrabi, holzig und bitter und begehrt in den Bioküchen des Florakiezes.



(Man kann dann auch Blütenarrangements für Muttertag machen.)



Montag, 10. Mai 2021

Selfie des faulen Gärtners (nebst Bekenntnis des faulen Bloggers)

 


(Wahrscheinlich hatte ich so ein ähnliches Bild mit einer ähnlichen Überschrift schon letztes Jahr, aber ich bin zu faul nachzusehen und würde es ohnehin so stehen lassen. Jede Woche heißen die Tage gleich und darüber beschwert sich ja auch niemand.)

Freitag, 7. Mai 2021

Naturkunde

 Letzthin habe ich beschrieben, dass die Mäuserettungssaison wieder losgeht. Nicht lange nach der ersten Brandmaus, die aus der Badewanne gerettet werden musste, brachte die Katze eine weitere Maus mit. Wahrscheinlich eine Rötelmaus, aber nachts um 1 bin ich nicht der beste Mäusebestimmer. Wieder gefangen, wieder aus dem Haus getragen, allerdings nur bis zur nächsten Hecke, bis zum Park wäre es mir zu kalt gewesen. Ein paar Tage später, wieder Krawall in der Nacht, Frau Ackerbau sieht nach, die Katze sitzt auf dem Rand der Badewanne, aber keine Maus in der Wanne. Wir legen uns wieder schlafen, Frau Ackerbau findet dann allerdings am nächsten Morgen eine Maus im Wäschekorb. Dorthin hatte sie sich vor den Katzen retten können. Eine Gelbhalsmaus, über die man lesen kann, dass sie eine bessere Sprungkraft als andere Mäuse hat. Ich kann das bestätigen, nachdem wir sie zweimal durch das Badezimmer gejagt haben. Das Mäuschen wurde dann allerdings wieder zum Park gebracht, ich war ja eh schon aufgestanden. 

Vielleicht will die Katze uns bilden, weil sie jedes Mal eine andere Mausart mitbringt? Ich haben jedenfalls nicht den Eindruck, dass sie sich nach dem ins Haus bringen noch irgendwelche Mühe gibt. (Gut für die Mäuse.) Ich lerne auf jeden Fall dazu und weiß in Zukunft, dass man bei den eher zierlich aussehenden Gelbhalsmäuschen sich nicht wundern darf, wenn sie einem vom Fußboden ins Gesicht springen. 

Wenigstens keine Eichhörnchen. 


(Archivbild. )

Donnerstag, 6. Mai 2021

Presseschau

 Allen ans Herz gelegt sei die neue Zeitschrift, die Kollege OLe entdeckt hat. Ansprechende Fotografie und Themen, die jeden interessieren. 

Mittwoch, 5. Mai 2021

Tulpen und Brennesseln

 Farbe in den Brennesseln (die im Moment das einzige sind, was gut wächst). Da werden uns die Tulpen wenigstens nicht gestohlen (irgendjemand ist hier tatsächlich mit Schere unterwegs und klaut sich die Sträuße zusammen).




Dienstag, 4. Mai 2021

Truppenschau

Am Invalidenpark war nur eine Nebelkrähe unterwegs, die Gute hatte auch sichtlich Mühe, mit der Erdnuss fertig zu werden. Sie kam aber brav immer wieder für einen Nachschlag.  



Montag, 3. Mai 2021

Entfaltung



Ich hatte mich ja schon darauf gefreut, dass ich letzte Woche mal wieder die Blutbuchen beim Naturkundemuseum überprüfen konnte, die bald in ihren 150. Frühling gehen. Allerdings ist dort nur wenig Laub zu sehen, Berlin ist dieses Jahr sehr spät dran. Einzelne Blattknospen, am Abend war allerdings ein bisschen Fortschritt zu erkennen. 



Etwas besser bei den Platanen am Invalidenplatz, die allerdings auch deutlich jünger sind (um die 70 Jahre). Leider ist das Foto etwas unscharf, die Platanenfrucht ist grün mit roten Stacheln. Gegen den düsteren Himmel sah es dann noch einmal anders aus. 



Im Herbst wurden ja tatsächlich die alten Königskerzen von den Gärtnern am Nordbahnhof abgeräumt, keine verdorrten mannshohen Gestalten mehr. Es wächst aber schon nach, man kann sich also auf etwas freuen.



Sonntag, 2. Mai 2021

Mai



Der Rasen ist durch Trockenheit und nachlässige Pflege zur Löwenzahnwiese geworden. Das sieht gerade sehr schön aus, wenn das Pusteblumenstadium erreicht ist, wird es den Nachbarn nicht gefallen. Zwischen dem Löwenzahn finden sich dann noch Schönheiten wie diese:



Samstag, 1. Mai 2021

Rückkehr in die Invalidenstraße

Die Invalidenstraße ist ja eher selten in den Schlagzeilen; vor ein paar Tagen ist allerdings ein Baugerüst umgefallen, es gab einen Verletzten.

So wurde ich zum Katastrophentouristen.


(Zum Stand der Vegetation mehr in den nächsten Tagen.)

Freitag, 30. April 2021

Mittwoch, 28. April 2021

Life goes on

Ich schrecke in der Nacht auf; ein lautes Klappen im Erdgeschoss, gefolgt von Getrampel. War die Terrassentür noch auf? Lautes Maunzen bringt mich aber auf die richtige Spur. Ich stehe auf und finde die Katze in der Badewanne, mit der Pfote gegen das Handtuch schlagend, das der Junior über den Beckenrand gelegt hat. Nach meinem strengem Blick springt sie von selbst aus der Wanne und ich kann das Handtuch, das in diesem Fall ein Leben gerettet hat, hoch heben. Darunter sitzt eine Brandmaus. Ich hole aus der Küche eine Aluminiumschüssel, Frau Ackerbau gibt mir einen Kartondeckel. Auf bewährte Weise fange ich die Maus in der Wanne, schlüpfe in meine Schuhe und bringe äußerst unzureichend gekleidet die Maus zum Bürgerpark, wo sie in das Gebüsch springen darf. Gilt die Ausgangssperre eigentlich auch für einen Mann mit seiner Brandmaus? Ein Radfahrer kommt vorbei und schreit mir etwas zu, ich überlege, ob ich mich fürchten sollte, aber die furchterregendere Gestalt bin sicher gerade ich. Frierend gehe ich wieder ins Haus, die weitere Nacht bleibt ruhig. Wird aber nicht die letzte Maus gewesen sein, die wir aus der Wanne retten. 



***


Die Spatzen treffen sich in unserer Hecke. Gibt zwar nichts mehr zu essen dort, Winterfütterung ist vorbei, aber der Treff hat sich etabliert. Ich schaue den Spatzen zu, wie sie in das Kräuterbeet fliegen und dort Verwüstung anrichtet. Einer zieht sich trockene Halme her, offenbar ist die Zeit des Nestbaus. Die Spatzen fliegen jetzt auch immer nahe an der Fassade vorbei und schauen sich an, ob es irgendwo Nischen zum Nestbau gibt. Bei uns nicht, aber beim Nachbarn W. unter dem Dach. Ein Spatz rupft sich kleine Stücke vom Salbei ab und häckselt den Rosmarin. Vielleicht finden die Spatzendamen wohlriechende Nester gut? Das sonstige Balzen hört sich sehr laut und fröhlich an. 

***

Die neue Hausamsel ist nicht mehr so zuverlässig. Sie singt manchmal morgens, manchmal mittags, manchmal am Abend. Zu erkennen ist sie daran, dass sie auch immer mit dem Bassriff von A love supreme beginnt. Aber kaum Variation, immer wieder die gleiche Tonfolge. Das Amseläquivalent zu dem Gast auf der Party, der sich spät die Gitarre greift und auf einer Seite das Intro zu Smoke on the Water spielt. Ich sitze und höre zu, dank moderner Technik kann ich mir ja A love supreme überall anhören. John Coltrane spielt, die Amsel singt ab und zu zweite Stimme, die mangelnde Virtuosität fällt nicht mehr so auf. Aber sie ist ja auch noch jung, sie lernt sicher dazu. 


***

Die zwei Nebelkrähen, die ich mit Erdnüssen versorge, habe ich jetzt Knicks und Knacks getauft. Inzwischen tauchen sie nur noch einzeln auf; ihr Tagesablauf ist wohl jetzt etwas spannender im Frühling. Sobald Knicks oder Knacks kommen, ist auch gleich eine Elster da, die um einiges schneller und geschickter beim Nüssesammeln ist. Die Krähen nehmen erst eine Erdnuss, legen sie dann neben einer zweiten auf den Boden und packen dann beide in den Schnabel. Zum Essen und Knacken fliegen sie zu den Nachbarn in die Regenrinnen, die wahrscheinlich bald vollkommen von Erdnussschalen verstopft sind. Ich weiß von nichts. 


***

Das Leben geht weiter.

Montag, 26. April 2021

Der große Psychotest: Welcher Apfeltyp bist du?

 


(Ich hätte diesen Kollegen gleich dazu legen sollen, dann hätte ich es: Welcher ist dein Lieblings-Beatle? nennen können. Blog der vergebenen Chancen, konstant und aus Überzeugung.)



Donnerstag, 22. April 2021

Bernburger Mosaik

 So heißt das typische Berliner Bürgersteigpflaster. Zur Straße Pflastersteine, die früher aus den Bernburger Steinbrüchen kamen, dazwischen diagonal verlegte Granitplatten, mit Abschluss "Bischofsmützen". In der Wollankstraße kann man die Bestandteile sehen.



Mittwoch, 21. April 2021

Der Blick in die Zukunft

Als Orakel werden hier ja traditionell die Wasserbehälter an den Friedhöfen genommen. Beim Elisabeth-Kirchhof liegt in fast jedem Becken ein größerer Ast oder Stamm quer; warum auch immer. 

Während ich mir Grabsteine ansah, machte mich Frau Ackerbau darauf aufmerksam, dass eine große alte Nebelkrähe in einem Becken ein erfrischendes Bad nahm. Leider war ich mit dem Fotografieren dann zu langsam. 





Als Deutung des Orakels nehme ich (wie immer), dass noch einige Hindernisse vor uns liegen, aber sich ferne schon eine helle Zukunft abzeichnet. Soll mir erst mal einer nachweisen, dass dem nicht so ist! 

Montag, 19. April 2021

Frühlingsvorbereitungen

Die Zierkirsche auf dem ehemaligen Mauerstreifen in der Wollankstraße haben ihren jährlichen Auftritt.


Die Kirsche im Garten ist auch in voller Blüte. Auch wenn es einem anders vorkommt: nur eine Woche später als letztes Jahr.



Freitag, 16. April 2021

Plot-Twist

Lohnt sich, bei REWE vorbei zu gehen. Jeden Tag was Neues.


(Gerade finde ich das in den Spam-Mails:



Hmmmmmm)

Mittwoch, 14. April 2021

Frühlingsvorbereitungen

Mal wieder Invalidenstraße, den Stand der Knospen inspizieren. Die alten Blutbuchen vor dem Naturkundemuseum sind noch nicht so weit. In früheren Jahren hätte man Mitte April schon etwas gesehen. 



Die Kastanien am Robert-Koch-Platz, mit ihren 110 Jahren im Vergleich zu den Buchen noch jung, beginnen aber schon mit den Blättern. Es geht voran, auch wenn der Wind noch eisig ist. 



Dienstag, 13. April 2021

Gartengestaltung

Die Blumentöpfe vom letzten Jahr sind im Garten stehen geblieben. Es war nass in diesem Winter, bitterkalt, es lässt sich manchmal nicht erkennen, was eigentlich drin war.

Hier blüht das Moos, es wächst Lavendel, am Rand wächst Pfefferminz. (Wahrscheinlich war es ein Pfefferminztopf, es gibt gute Gründe, dieses sympathische Kraut nicht offen ins Beet zu setzen.) Mal sehen, was sich sonst noch entwickelt.)



Montag, 12. April 2021

Die Feigen vom letzten Jahr

Unreif am Baum, verdorrt und erfroren. Die Feige hat noch nicht neu ausgetrieben, das ist gut, der Frost kommt noch einmal. In einem Monat ist wieder alles grün, auch wenn man sich's noch nicht vorstellen kann.



Freitag, 9. April 2021

Der Spaziergang






 (Frau Ackerbau fand unseren Spaziergang mit diesen Bildern nicht adäquat dargestellt.)