Everybody's fucked in their own special way

Donnerstag, 31. Dezember 2020

Rückblick

Nach diesem Jahr fühlen wir uns alle ein bisschen so, wie das Silvester-Zitronen-Glücksschwein vom letzten Jahr aussieht. 



Was gibt es vom Blog zu vermelden? Es hat den Lockdown gut überstanden. Wenn man als Anregungen nur Dingen benötigt, die auf der Straße herumliegen, ist es egal, ob man nur in Pankow oder auch sonstwo rumrennt. Ich selbst hätte gerne wieder den Jahreslauf in der Invalidenstraße genauer verfolgt, aber man kann nicht alles haben. Die Buchen vor dem Naturkundemuseum werden wahrscheinlich auch nächstes Jahr wieder Blätter bekommen. Persönlich kann ich mich eh nicht beklagen, alles gesund und gute Möglichkeiten, sich mit den Umständen zu arrangieren.

Das Jahr hat eine gewisse Blogrenaissance mit sich gebracht, vor allem auch der täglichen Blogger; ich begrüße das natürlich sehr. Hier hat man nicht so viel davon gemerkt, von den Zugriffen eher ein schwaches Jahr, aber trotzdem über 2500 Kommentare (soweit ich das überhaupt noch beurteilen kann, die Umstellung bei Blogger führt dazu, dass ich keinen besonderen Überblick mehr habe). Ich nehme an, das wird so weitergehen, slow but steady decline. Aber ist halt so: Blogger sind wie Leute, die selbstgebrannte CDs verschenken, während alle anderen Musik nur noch streamen.  Solange es mir nicht langweilig wird, kein Grund damit aufzuhören. (Hinweis: Was ich im letzten Jahr an Musik gehört habe, findet sich nebenan im Musik-Adventskalender. Wahrscheinlich findet sich dort das eine oder andere, was noch nicht jeder kennt, auf jeden Fall auch die Lieder "Corona" und "Virus".)

Inhaltlich gab es dieses Jahr die Saga von der Nebelkrähenarmee, die ich mit einiger Verspätung in die Wirklichkeit umsetzen konnte: Zu jeder Tageszeit sind die Krähen auf der Lauer und warten, ob Erdnüsse geflogen kommen. Gerade vorhin, als ich kurz beim Tippen pausierte, um den Krähen zuzusehen, hat eine allerdings die Nuss schon auf dem Rasen geknackt, das ist eher ungünstig. (Man kann Stunden damit zubringen, den Krähen zuzusehen, wie sie die Nüsse nebeneinander legen, um möglichst zwei oder drei gleichzeitig im Schnabel transportieren zu können.) Es gab eine literarische Spurensuche anhand eines Zettels in einem antiquarischen Buch, die auch zu Raben geführt hat. Und es gab die Suche nach dem Ursprung des Feile-im-Kuchen-Memes, die zumindest mir großen Spass gemacht hat. Eigentlich wollte ich in diesem Jahr auch noch ein längeres Stück über Fahrenheit und seine Temperaturskala machen (ein faszinierendes Thema) sowie über die Reichsbürger-Comics aus dem Hause Kauka in den 60er Jahren. Da stapeln sich bei mir noch die verschiedensten Bücher und Quellen, ich konnte mich aber nicht dazu aufraffen, das einmal aufzuschreiben. Für das nächste Jahr kommt wohl etwas über die Schönholzer Heide, ich habe mich mal mit ein bisschen Literatur eingedeckt. Aber da es hier keine Planung gibt, werden wir uns alle überraschen lassen müssen. 

Ich bedanke mich herzlich bei allen Leserinnen,  Kommentatorinnen und Bloggerkolleginnen, die mir 2020 häufig die Laune aufgehellt haben.  

Ich wünsche uns allen ein gnädiges Jahr 2021.


Samstag, 26. Dezember 2020

Das Grauen lauert

 

Nachtrag:

Vielleicht liest die Katze das Blog? Sie kam gerade mit einer winzigen Brandmaus im Maul an. Ich schreie sie an, sie lässt die Maus los, Maus läuft in eine Rolle Geschenkpapier, die noch rumliegt. Ich nehme die Rolle, verschließe sie unten, will Maus mit Rolle raustragen, Maus krabbelt raus, mir über Arm, Schultern und Kopf, springt dann vor dem Haus runter, ich brülke Maus an, sie solle verschwinden, bevor die Katze sie noch mal schnappt, Maus verzieht sich, Katze ist beleidigt, man könnte jetzt einen Punkt setzen.

Donnerstag, 24. Dezember 2020

Frohes Fest!

 Die Spatzen haben das schickste Geschenk! Aber auch die Nebelkrähen kriegen Extra-Erdnüsse!



Allen gute Erholung nach diesem Jahr. Seid nachsichtig miteinander, wir hatten alle viel zu tragen!


Sonntag, 20. Dezember 2020

Haltlose Gerüchte

 


In der Wilhelm-Kuhr-Straße erzählt man sich, dass man früher beim Betonieren immer ein kleines Kind über den frischen Beton geschickt hat. Später wurde es den Maurergöttern geopfert und seine Überreste dann einbetoniert.

Ich sage nicht, dass ich das richtig finde, aber die alten Betondecken scheinen mir doch haltbarer zu sein als das neue Zeug.

Samstag, 19. Dezember 2020

Freitag, 18. Dezember 2020

Abschied von der Invalidenstraße

Zumindest für dieses Jahr. Im letzten Vierteljahr war ich nur vier Mal im Büro, ansonsten hing ich zuhause rum. 

Die Buchen vor dem Naturkundemuseum konnte ich so nicht ausreichend würdigen, aber: Sie sind noch da.



Donnerstag, 17. Dezember 2020

Entwicklungen

Meine zwei Nebelkrähen warten in der Früh schon auf ihre Erdnüsse und sind generell nicht weit vom Haus entfernt. Gestern dachte May, dass die Erdnüsse von mir geworfen würden, um für sie Vögel anzulocken. Die Nebelkrähen sind Gott sei Dank eher deeskalierend, so dass die Katze eine halbe Stunde vor dem Baum mit den Krähen saß, die sich dann halt später die Nüsse holten. 



Schwieriger war dann die Situation am Nachmittag. Kinderbetreuung im Home Schooling ist ja schon schwer zu organisieren, was macht man aber, wenn beide Elternteile in Videokonferenzen sind und die Katze währenddessen eine lebendige Maus ins Haus bringt? 

Dienstag, 15. Dezember 2020

Lasst uns nicht über Wellensittiche reden!

Früher hat man Blogaktionen gestartet, indem man sich für einen Tag zu einem Thema verabredet hat und dann die verschiedenen Bloggerinnen ihren Beitrag geliefert haben. Das funktioniert leider nicht mehr. Heute kann man aber einen Blogpost darüber machen, dass man ein Thema nie behandelt hat und auch nicht behandeln will und sofort gibt es Mitstreiterinnen (s. auch unten). Das ist erstaunlich. Erster Grundsatz dieses Blogs ist es aber, sich bereitwillig in jede Richtung von Wellen, Lufthäuchen, Kommentaren oder sonstigen äußeren Einflüssen treiben zu lassen. Also mache ich natürlich gerne mit. 

Lasst uns nicht über Wellensittiche reden!

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Zu den Dingen, die ich hier keinesfalls aufschreiben würde, gehört natürlich die Geschichte von Waldo dem Großen. Die schreibe ich nicht auf, weil ich mich dafür schäme, dass ich sie vor Jahrzehnten noch amüsant fand. Waldo der Große war der Bruder meiner damaligen Freundin. Die Familie hatte einen Wellensittich. Die Geschichte, die hier nicht erzählt wird, endet damit, dass der Vater der Familie sagte: "Heute ist der Vogel wieder lustig."

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Wellensittich heißt auf englisch budgie. Auf "Sandinista", der LP der Clash, die vor ziemlich genau vierzig Jahren erschienen ist, gibt es eine Zeile "vacuum cleaner sucks up budgie". Ich habe lange gebraucht, bis ich mit meinem Schlulenglisch darin irgendeinen Sinn entdecken konnte. 

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In den Siebzigern gab es furchtbar viel Fernsehwerbung für Sittichfutter. Trill mit JodS11-Körnchen. Man hat sich damals gerne über JodS11-Körnchen unterhalten. 

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Mein Großmutter hatte einen Wellensittich, der Bubi hieß. Eigentlich waren es mehrere konsekutive Wellensittiche, die Bubi hießen, die Bubis hielten irgendwie nicht so lange. Bubi konnte Küsschen geben und auch irgendetwas sagen. Wastl, der alte Dackel, schaute traurig und eifersüchtig zu. 

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Immer wenn ich an einem Strand einen Tintenfisch-Schulp sehe, muss ich an Wellensittiche denken. Ich wollte schon mal welche für Sittiche sammeln, aber ich kenne gar niemand mit Wellensittich mehr. 

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M. wohnte einmal in einer WG, in der die halbe Küche eine Vogelvoliere war. Es gibt verschiedene sehr gute Gründe, solche Arrangements nicht zu treffen. In der Voliere waren mehrere kleine Vögel, ich glaube, es waren auch Wellensittiche. Der Vogelpatriarch hatte eine Vorliebe für tiefe Frequenzen. Wenn irgendwelche Küchengeräte brummten, wurde er sehr er- und aufgeregt, begann zu pfeifen und belästigte seine Mitvögel. (Rasierapparat ging auch, wenn man eine Vogelvoliere in der Küche hat, kann man sich auch in der Küche rasieren.) Den gleichen Effekt konnte man erzielen, wenn man irgendwelche basslastige Musik hörte. Einmal Motörhead und der Vogel drehte durch. 

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Ich nehme an, mir wird niemand widersprechen, dass diese Geschichten besser nie erzählt worden wären. Macht also nicht den gleichen Fehler und schweigt in euren Blogs über Wellensittiche. (Vgl. Klagefall.)

Montag, 14. Dezember 2020

Donnerstag, 10. Dezember 2020

Endlich! Das neue große Wellensittich-Portal!

G*gle schickt mir wieder einen Bericht zu meinen Leistungen in der G*gle-Suche, meint damit aber nicht, wie toll ich darin bin, Sachen im Internet zu finden, sondern wie dieses Blog hier im Internet gefunden wird. Für meine anderen Blogs bekomme ich so etwas nicht, der Nutzen ist aber auch überschaubar, weil die Steigerungsraten von Monat zu Monat bei etwa einem Klick liegen. 



Die Spitzenreiter sind auch wieder vollkommen rätselhaft, das stärkste Wachstum hatte "ich sehe eine schöne Stadt und ein prächtiges Volk", ein Satz, den ich ganz sicher noch nie geschrieben habe, wahrscheinlich stand der mal in den Kommentaren, obwohl das ja auch keinen Sinn gibt. Wer so etwas sucht, kam also im November noch öfter zu mir, der arme Tropf bzw. Tröpfin. Gartennazi und Grottenstengel gibt dagegen Sinn, das sind Dinge, über die man ansonsten im Internet zurecht wenig findet, hier allerdings ein bisschen mehr. Die furchtbare Schmorgurke gehört auch in diese Kategorie. 

Spannend wird es bei einer ausführlicheren Auswertung, bei der dann auf den guten Rängen "Wellensittich spreizt Flügel ab und zittert", "Wellensittich öffnet ständig Schnabel" und "Wellensittich Flügel zittert" zu finden sind. Ich habe keine Ahnung, denke aber, dass ich noch nie etwas über Wellensittiche hier geschrieben habe. Ich kenne eine Geschichte, die zu den Suchbegriffen passt, die vor vierzig Jahren mal über Waldo, den Großen, erzählt wurde, die ich hier aber sicher nicht aufschreibe, weil sie relativ widerwärtig ist. Weiß G*gle welche Geschichten ich hier mit Bedacht nicht aufschreibe? Das wäre beunruhigend, aber dann müssten die sonstigen Anfragen noch ein bisschen schlimmer sein. 

Ansonsten taucht der ebenfalls relativ widerwärtige Rollrasen-Rudi mehrfach auf, der in Blogs Spamwerbekommentare hinklatscht. Irgendwie beruhigt es mich ja, dass Leute, die nach R-R-Rudi suchen, dann wahrscheinlich bei der wütendsten Kommentarantwort, die ich jemals geschrieben habe, landen. (Ich sehe gerade, das war im März auch schon so, vielleicht sollte ich Wellensittiche und Rollrasen so lifestyle-Portal-mäßig kombinieren.)

Ansonsten, einige Feilen im Kuchen, das halte ich für sinnvoll, weil man hier tatsächlich die beste literarische Spurensuche zu diesem Thema findet. Ab und zu auch "ich bin der gilb"-Anfragen, ich kann mich auch nicht erinnern, jemals über 70er-Jahre-Gardinenreinigerwerbung geschrieben zu haben, aber was weiß ich schon. Wahrscheinlich stand es mal in den Kommentaren. Ansonsten sollten sich alle freuen, dass der Wellensittich dauernd den Schnabel aufmacht. Meine Meinung. 

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Der Garagenbuchclub

Wenn ich aus meinem neuen Arbeitszimmer aus dem einen Fenster schaue, sehe ich die Spatzen in der Hecke. Beim Blick aus dem anderen Fenster sehe ich die Garagen der Nachbarhäuser. Seit einigen Wochen liegt auf dem Kies des Flachdachs der einen Garage ein Buch. Wahrscheinlich ein dickes Taschenbuch, so genau ist das nicht zu erkennen. Wenn der Wind geht, blättert er die Seiten hin und her. Hat jemand das Buch von der Straße auf die Garage geworfen? Möglich. Hat jemand das Buch vom Haus aus auf die Garage geworfen? Auch möglich. Spart Regalplatz, ggf. doof, wenn man es noch einmal lesen will. 

Seit ein paar Tagen hat sich Neues ergeben. Auf der Garage daneben liegt auch ein Buch. Sollte das vielleicht ein geheimer Buchclub sein? Lyrik am Abend auf dem Garagendach? Fragen über Fragen. Ich werde über alle weiteren Ereignisse berichten.

(Da das hier ein Lyrikblog werden soll, bitte ich um Kommentare in Gedichtform. Haiku sollte schon sein.) 

(Foto fällt aus, weil die Qualität selbst mir zu schlecht ist.)


Ausgemustert

Du warfst mich

wie ein Buch auf das Garagendach

Doch der Wind streichelt meine Seiten,

spielt mit mir.

Und der Mond liest zart die Sätze, die du nie mehr lesen kannst,

nur er kennt jetzt meine geheimsten Inhalte:

1000 ganz legale Steuertricks.  

Dienstag, 1. Dezember 2020

Feiern

Den Samstagabend bei 0 Grad auf der Terrasse verbracht. Wir waren zu viert, ein Freund hat seinen 50. Geburtstag gefeiert. (Auch mit diesem Setting war er allerdings noch glamouröser als ich an meinem 50.). Wir haben im Umkreis inzwischen genug gesehen und gehört, um zu wissen, dass die Vorsicht notwendig ist. 



Jammern hilft nichts, aber vielleicht muss ich mir mal einen Skianzug kaufen, obwohl ich sicher nie mehr auf irgendwelche Bretter steige. Es ist kalt draußen.