Everybody's fucked in his own special way

Sonntag, 23. April 2017

Frostopfer und Heimatnachrichten

Vor ein paar Tagen war es um 6 Uhr als ich aufstand 3 Grad minus draußen, die Nacht wird also eher noch ein bisschen kälter gewesen sein. Ich habe gleich nach den Salatpflänzchen, die Frau Ackerbau gesetzt hatte, gesehen; die haben das aber gut überstanden. 

Weniger gut sieht es allerdings bei unserer Kiwi aus, von der ich schon gedacht hatte, ich hätte sie im Herbst vertrocknen lassen. Sie hat Anfang April wieder schön ausgetrieben, jetzt sind alle Blätter erfroren. Mal sehen, ob sie noch einmal kommt. Ganz schlecht sieht auch unsere Feige aus, alle Blätter erfroren. Die Feige kommt sicher wieder, fragt sich nur wann. Die eine Weinrebe, die schon ausgetrieben hatte, ist an ein paar Stellen erfroren, aber nicht weiter wild. 

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Seit langem einmal wieder etwas über meinen Heimatort in der Berliner Zeitung gelesen. Merkwürdigerweise auf der Vermischten Seite eine Meldung über ein Pärchen, das nachts auf einem fremden Auto Geschlechtsverkehr haben wollte, und dabei so laut war, dass die Polizei kam. Offenbar haben sich die Sitten im Allgäu in den letzten dreißig Jahren geändert. 

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Im Auto habe ich - auch durch Zufall - im Radio eine Sendung mit sehr unangenehmem Moderator gehört. Nach etwa fünf Minuten wurde mir klar, dass der Moderator jemand ist, der mit mir studiert hat, zwei Semester über mir. Damals schon ein unangenehmer Mensch, jetzt ein sehr unangenehmer Mensch mit eigener Sendung im Radio. Ich wusste, dass er in Berlin irgendetwas mit Radio macht, hatte bis dahin aber noch nichts gehört. Das hat sich jetzt leider geändert.

Freitag, 21. April 2017

Amsliges (2)

Die Büroamsel hat sich inzwischen an die täglich Fütterung gewöhnt. Sie fliegt aufs Fensterbrett, guckt zu mir rein und pickt auf, was so auf dem Fensterbrett rumliegt. Ich sortiere immer ein paar Rosinen aus meinem Frühstücksmüsli, die werden gerne genommen. Sonnenblumenkerne werden auch nicht verschmäht. Als es über Ostern mal fünf Tage nichts gab, war sie schon ein bisschen sauer.

Der Amslerich hat die erste Zeit nur vorbeigeschaut, wohl um zu kontrollieren, wo seine Frau immer so abhängt. Inzwischen bedient er sich allerdings auch selbst. 

Wahrscheinlich hat das Pärchen wieder ein Nest im Innenhof. Muss mal ein bisschen besser aufpassen, wo sie hinfliegen. 

Ich muss mich etwas zusammenreißen, dass ich bei Besprechungen in meinem Büro nicht mittendrin aufspringe und mir das Amselchen ansehe. Muss ja nicht jeder mitbekommen, dass ich im Wesentlichen nur noch zum Vogelfüttern in die Arbeit komme.  


Montag, 17. April 2017

I felt like a tourist (3)

C. aus Schweden ist mit seiner Familie auf Besuch, also mache ich mich mit ihm auf den Weg in die Stadt. Er will nach Kreuzberg, schaut sich dort verschiedene Läden mit Vintage-Klamotten an, kauft sich aber nichts. A., seine Frau, erklärt mir, dass er erst dann wieder neue Sachen kaufen kann, wenn er alte aus dem Kleiderschrank entfernt. Solche Probleme habe ich nicht. Ausnahmsweise bin ich mal wieder auf Touristenpfaden unterwegs, in Pankow vergisst man ja manchmal, wie viele Besucher sich jedes Jahr durch Berlin schieben, bis in den Bürgerpark schafft es praktisch keiner. Und tatsächlich erwischt mich auch eine Touristenfalle: Als wir die Oberbaumbrücke überqueren, kommen wir an einem Typen mit Pferdemaske vorbei, der mit heruntergelassener Hose Gitarre spielt. Das ist sogar für meine Verhältnisse rätselhaft. Zuhause stelle ich allerdings fest, dass der Typ wohl ein bekanntes Phänomen ist. Wenn sogar die BZ schon 2013 schrieb, er sei von den Straßen nicht mehr wegzudenken, kann's ja nicht so spannend sein. Eigentlich hätte ich auch als Zugezogener wissen müssen, dass man bei so etwas desinteressiert bleiben muss. "The guy with the horse head? Well, he is normally at the Eastside Gallery." Mist. Selbst, als ich vor langer Zeit noch in Augsburg wohnte, konnte ich das schon besser. Da gab es einen etwa fünzigjährigen kleinen korpulenten Typen, der sich gerne als Tina Turner verkleidete. Er nannte sich CC Dynamite. Es war natürlich immer wunderbar, wenn irgendwelcher Besuch ganz aufgeregt ankam und sagte, da sei gerade so ein Typ in Pumps mit Lederpeitsche rumgelaufen und man ganz beiläufig und leicht gelangweilt antworten konnte, ach ja, CC Dynamite, hatte er wieder sein neonfarbenes Stretchkleid an?*

Der schwedische Besuch fand ohnehin eine andere Begebenheit interessanter, kurz vor der Oberbaumbrücke wurden wir Zeuge, wie ein Kellner einen Gast aus der Kneipe herausschleifte, nicht gewalttätig, aber bestimmt. So etwas sieht man anscheinend in Schweden nicht so häufig. 

*Manchmal muss man das Internet lieben. Ich habe gerade rausfinden können, dass es CC Dynamite immer noch gibt, wenn er auch anscheinend seine Tina Turner-Phase hinter sich hat. Aber er behauptet von sich selbst, er habe das Kübelsaufen erfunden, bevor es in Mallorca modern wurde. 

Freitag, 14. April 2017

Kopfarbeit

Ein Aspekt des Bloggens, der mir ziemlich Spaß macht, ist die Erstellung des Blog-Headers. In unregelmäßigen Abständen schneide ich mir immer ein Bild zurecht, manche krame ich dann auch ein zweites Mal heraus. Wer sich den Blog nur mobil ansieht, bekommt davon gar nichts mit. 

Da ich bei diesen Fragen, wie bei eigentlich allen blogtechnischen Fragen, sehr erratisch bin, sind auf diese Art schon einige schöne Bildchen verschwunden. Grund genug, hier mal eine kleine Header-Parade zu machen (die Bloglieblingsthemen tauchen eigentlich alle auf, es lässt sich vielleicht auch eine gewisse karge Ästhetik erkennen).























Donnerstag, 13. April 2017

Nachts




(Ich wette, Hieronymus Bosch hatte auch einen Kater, der nachts neben seinem Sofa saß.)

Dienstag, 11. April 2017

Aus den Fugen

So langsam beginnt die Gartenarbeit. Zunächst einmal die ganzen Blätter der Buchenhecke zusammen kehren, die der Wind vom Nachbarn auf unsere Terrasse weht. Während des Fegens steigt mir ein schön zitroniges intensives Aroma in der Nase. Ich halte kurz ein, um herauszufinden, woher der Geruch kommt. Erst nach einigem Hin- und Hergucken finde ich's heraus: Es ist eine Zitronenmelisse, die in den Fugen unserer Terrassenplatten wächst. 

Keine Ahnung, wo sie herkommt, bei uns gibt es ansonsten keine, wahrscheinlich auch vom Nachbarn hinübergeweht. Jetzt hat sie aber auch einen Platz in einem richtigen Beet - anspruchslos genug scheint sie ja zu sein. Bei uns hat es aber gute Tradition, dass manche Kräuter in den Fugen besser wachsen als im Beet. So z.B. auch der Schnittlauch in den Fugen:

Ansonsten blüht und knospt alles fröhlich vor sich hin, die Feige...


...Apfel...



... der Wein und...

... der Hopfen (zum großen Missvergnügen von Frau Ackerbau, die mit großen Mühen die Wurzeln ausgegraben hat).

Der Kirschbaum blüht auch noch und war schon beleidigt, dass ihn noch niemand fotografiert hat. 



Montag, 10. April 2017

Brauchtumspflege (2)

Der zweite Versuch mit dem Schafkopf-Stammtisch war nicht ganz so erfolgreich wie der erste: Ich habe über drei Stunden etwa einen Euro verloren. Und so richtig sicher bin ich immer noch nicht. Wieder wurde so manche meiner ausgespielten Karten mit eisigem Schweigen begrüßt, der nächst sitzende Spieler sagte dann mit schmalen Lippen :"Interessant." Da allerdings ein vierter Mann benötigt wird, waren alle trotzdem nett zu mir.

Damit ich das nächste Mal (das vor Sommer wohl kaum stattfinden wird) nicht wieder so dilettantisch da stehe, habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich meine Fähigkeiten verbessern kann. Frau Ackerbau machte mich darauf aufmerksam, dass es dazu sicher irgendwelche Schafkopf-Apps gebe. Zuerst wollte ich nicht so recht, habe dann aber "Schafkopf am Stammtisch" heruntergeladen. Ich verbringe zwar relativ viel Zeit online, aber bislang eigentlich nicht mit irgendwelchen Spielen. Das hat sich jetzt erst einmal geändert, da ich das Wochenende alternierend mit Gartenarbeiten und mit Marie, Sepp und Konrad beim Zocken verbracht habe. Ein paar Stunden haben aber in der Tat genügt, um meine Fähigkeiten wieder einigermaßen auf Stand zu bringen. Die virtuellen Spielkameraden sind geduldig, machen immer wieder die gleichen Kartenspielersprüche ("da sitzt der Hund drauf", "mit der Alten" etc..) und werden nicht ausfällig. Im Gegenteil zu mir in den ersten Stunden, in denen ich mich maßlos aufregen musste über die Kollegen, die spielten, obwohl sie nix auf der Hand hatten. Familiär hatte das zwei Folgen: Frau Ackerbau hat wahrscheinlich noch einmal neu bewertet, ob es nicht besser ist, dass ich keine Handyspiele spiele, und J.S. ist von meinem Gemotze so angezogen worden, dass er auch darum gebeten hat, die Handyapp zu bekommen. Und tatsächlich hat er - mit etwas Anleitung - sehr schnell die Schafkopf-Regeln verstanden. Wir haben inzwischen zahlreiche Schafkopf-Gespräche von Vater zu Sohn geführt und fachmännisch die Blätter bewertet, welches Spiel sie hergeben könnten. 

J.J. habe ich schon beigebracht, wie man Spatzen macht; J.S. lernt Schafkopf; beide haben ein paar bayerische Schimpfwörter von mir gelernt. Damit betrachte ich meine Verpflichtung zur Weitergabe bayerischen Kulturguts an meine Söhne als erfüllt. 


Samstag, 8. April 2017

Assorted Twitter

Ich twittere ja auch so vor mich hin, @HerrAckerbau. Im Wesentlichen bin ich dort, um von anderen Leuten zu lesen: ein paar Künstler, ein paar Journalisten, derzeit viele Briten, einige wahnsinnige Amerikaner, ein paar Schäfer, ein paar Blogbekannte, mit denen man plaudern kann. Meine Timeline ist so gestrickt, dass die normalen Twittertrends meist an mir vorbeigehen, ich aber fast jeden Tag irgendetwas interessantes neues lerne oder zumindest einen Amseltweet, den Frau Tikerscherk ausgegraben hat, mit Herzchen versehen kann. Ich gebe dort auch ab und zu etwas von mir, manchmal ein Foto, manchmal einen kurzen Spruch; nichts, was wirklich bedeutsam wäre. 

Bei den kurz kommentierten Fotos stellt sich mir manchmal die Frage, ob man sie nicht auch noch als Blogpost verwenden könnte, manchmal habe ich das auch gemacht (vor allem, wenn ich ansonsten nichts mehr auf Halde hatte). Irgendwie kommt es mir nicht richtig vor, Dinge von Twitter noch einmal für den Blog zu verwerten, was natürlich aus mehreren Gründen Quatsch ist. 

Im Folgenden zusammengefasst ein paar der Fotos, die ich in den letzten Wochen vertwittert habe, und die hier noch nicht aufgetaucht sind. Soll keine sagen, ich würde ihr etwas vorenthalten. (Man kann allerdings feststellen, dass die Wirkung dieser Miniaturen sehr unterschiedlich ist, je nachdem, ob man sie in einen Tweet quetscht oder ob man sie hier untereinander im Blog aufführt. Muss noch einmal nachdenken, ob dieses Format hier Sinn gibt...)

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Frühling in der Wollankstraße.


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Die Quellenlage bezüglich Hugo ist noch uneindeutig.

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Was die alten Griechen noch wussten: Stern auffm Kopp lockt Pferde an.

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Die Jugend will uns etwas mitteilen.

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Kaiserslautern. (Das hätte eigentlich die Illustration zu einem Dienstreise-Post werden sollen, der mitteilbare Teil der Dienstreise war aber insgesamt zu langweilig, als dass ich darüber schreiben hätte können.)