Everybody's fucked in his own special way

Donnerstag, 16. Juni 2016

Überraschendes

Ich gehöre auch zu den Leuten, die viel mit ihrem Smartphone rumdaddeln; tatsächlich entsteht das meiste, was hier veröffentlicht wird am Smartphone (mit Computern habe ich's nicht so). Ich bin also auch ein Spieler eines infantilen Spielzeugs; blind für die richtige Welt, digital dement oder wie die sonstige Befürchtungen immer auch sind. Wer hier mitliest, weiß zumindest, dass ich nicht unbedingt blind durch die Stadt laufe, sondern auf meinen Wegen dann doch das ein oder andere sehe. 

Manchmal frage ich mich dann aber doch, ob ich nicht blind durch die Welt gehe. Seit bald 15 Jahren bin ich jedes Jahr ein paar Hundert Mal auf dem S-Bahnhof Wollankstraße, aber erst heute ist mir dieses Gebäude in seiner ganzen Merkwürdigkeit aufgefallen. Warum fällt mir irgendetwas auf? Natürlich wegen irgendwelchem Schmarrn, hier weil das runde Fenster über der Tür dem Gebäude etwas zyklopenhaftes gibt. Auf den zweiten Blick: gemauert, mit einer Art Fachwerkstruktur, bemalt im allerschönsten Kykladenblau (etwas heller als das Blau, das sonst den Bahnhof schmückt), keine Ecken, sondern abgerundet, wahrscheinlich schon die letzten Jahrzehnte ohne Funktion. Was war das? Und warum habe ich das vorher noch nicht gesehen? Allein am Smartphone kann's nicht liegen, weil ich schon länger an diesem Teil vorbeigelatscht bin, ohne es zu sehen, als ich ein Smartphone habe.   

Kommentare:

  1. Frag doch mal hier nach:
    http://www.s-bahn-forum.de/viewtopic.php?t=348

    Mein erster Gedanke, bevor ich den Text las, war: Oh, schönes Klohäuschen...

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    1. Auf dem Bahnsteig? Ansonsten, könnte sein (auf der anderen Seite sind zwei Fenster..

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  2. Interessanter Bahnhof übrigens... Wikipedia sagt: "Aufgrund seiner Lage stellte der Bahnhof nach dem Mauerbau eine Besonderheit dar: Er gehörte zum westlichen Teilnetz der S-Bahn, lag aber im damaligen Ost-Berliner Stadtbezirk Pankow. Er war in Betrieb, hatte einen geöffneten Ausgang zum Westsektor direkt auf der Grenzlinie und konnte daher vom Westteil aus ohne Kontrolle benutzt werden. Ein Schild neben dem Eingang wies Passanten auf diese Situation hin. Die Mauer verlief unmittelbar östlich des Bahnhofs, seine Zugänge Richtung Ost-Berlin waren versperrt. Der Bahnhof bot zu Anfang einen Ausblick in Ost-Berliner Wohnungen, später auf den sogenannten Todesstreifen. Aufsehen erregte er im Jahre 1962, als nach einer Senkung der Bahnsteigoberfläche ein Fluchttunnel entdeckt wurde, der durch das S-Bahn-Viadukt vom Westen aus gegraben worden war."...

    Meine Fantasie würde sofort aus diesem Zyklopenhäuschen den Eingang zum Fluchttunnel machen... hehe

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    1. Eigentlich ging Pankow noch weiter die Wollankstraße entlang. Die Russen haben das Gebiet allerdings mit den Franzosen getauscht, weil die Grenze an der S-Bahn leichter zu befestigen war. Damit wurde das Soldiner Viertel Wedding...

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  3. Im Gebäude befindet sich, vor Regen und Sturm geschützt, der zentrale W-LAN-Generator Berlins. Er sieht übrigens aus wie eine Zeitmaschine.

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  4. hey, das ist doch das haus von papa schlumpf.

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    1. Dann müsste es mehr nach Pilz aussehen, oder? Ganz egal: dem Gargamel sagen wir mal nix davon...

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  5. Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.


    Antoine de Saint-Exupery *TJA*

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  6. Da ich die Lösung bisher nicht gelesen hab: Das sieht für mich eindeutig wie ein altes Aufsichthäuschen aus.
    Wenn ein Zug einfuhr wurden dieser von der Aufsicht - die dann jedes Mal aus dem Haus kam- per Handsignal abgefertigt.
    Pfiff, "Zuuuurück bleiben", (Fahrer schließt die Türen )Kelle hoch (Fahrer fährt los ).
    Wundert mich wirklich, dass Du das nicht mehr kennst. Früher waren auf jedem Bahnsteig solche Häuschen. Egal ob Fern- oder S-Bahn.

    LG Namenlos

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