Everybody's fucked in his own special way

Freitag, 14. März 2014

Paranoia

Es ist ein frischer Frühlingsmorgen, neblig, aber bald wird die Sonne scheinen. Ich gehe die Invalidenstraße entlang, sehe den Baggern zu, wie sie neue Löcher aufreißen, kurz nachdem die alten verschlossen wurden, beobachte, wie die Straßenbahnschienen langsam zusammen wachsen, mächtige Weichen und Kurven, bewundere die Blutbuchen vor dem Naturkundemuseum und denke mir, so langsam müssten doch Blätter kommen. In meinen Ohren klingt die erste Damned-Platte, die 1976 als schlechteste Schallplatte seit Erfindung des Grammophons rezensiert wurde, kurz: es ist ein Tag, an dem ich mir so langsam eingestehen muss, dass meine Invalidenstraßen-Schauergeschichten über unterirdische Monster, verschüttete U-Boote, Gullikneipen und was weiß ich noch alles, einfach nur das sind: Schauergeschichten. 

Ein guter Tag all das hinter sich zu lassen, der Realität ins Auge zu sehen und einen Blog über wichtigere Themen wie z.B. Suchmaschinenoptimierung oder Beauty Boxes zu machen. 

Gerade als ich beginne die Welt mit erwachseneren Augen zu sehen, bereit, Verantwortung zu übernehmen, fällt mein Blick in einen Innenhof. Und ich sehe Folgendes:

Irgendjemand hat an diesen Baum, der einem schiefen Galgen gleicht, ein Paar Herrenschuhe gehängt (in etwa 7 Meter Höhe). Schnell schüttele ich die vorherigen Gedanken wieder ab. Die Invalidenstraße eine normale Straße oder gar einmal die "modernste Innenstadtstraße Europas", wie uns die verbrecherische Bauverwaltung suggerieren will? Pah! Ich weiß, ich bin hier einer ganz großen Sache auf der Spur.


Kommentare:

  1. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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    1. Das habe ich gerade aus Versehen gelöscht! Muss gleich mal sehen, dass ich das wiederherstelle.

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    2. Frau Tonari hat einen neuen Kommentar zu Ihrem Post "Paranoia" hinterlassen:

      Als kommentierende Stimme der Vernunft muss ich Dir dringend von Blogthemen wie Suchmaschinenoptimierung & Co abraten. Gähnende Langeweile wird sich hier inflationsartig ausbreiten.
      Nein, wir lieben Deine Invalidenstraßengeschichten einfach zu sehr und sehen schon mit Bangen dem Ende des Baugeschehens entgegen. Zum Glück gibt es Shoefiti und das ist ausbaufähig. Hast Du nicht gerade ein paar ausgediente Winterschlappen übrig, die Du dazu werfen könntest?

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    3. Das Problem ist ja, dass ich meine ausgedienten Winterschlappen ja grundsätzlich weitertrage. Nachhaltiges Wirtschaften nennt man das...

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    4. Dann mus Frau Ackerbau ein Paar opfern ;-) oder die Junioren. Bei letzteren herrscht doch noch immer die Phase des Herauswachsens.

      (Mailantwort folgt in Kürze. Hier immer noch Krankenlager.)

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