Everybody's fucked in his own special way

Mittwoch, 30. September 2015

Diamonds and Rust

(Zugleich ein Beitrag zu Frau Tonaris Rost-Parade-Projekt.)

Schon wieder ein Monat um? Und keine Baustelle mehr in der Invalidenstraße, die täglicher Rost-Quell sein könnte. Ein großer rostiger Container in Wiesbaden hätte sich angeboten, so einen hatte ich allerdings vor einem Jahr auch irgendwann schon und außerdem haben mich die Arbeiter dort ohnehin schon so merkwürdig angesehen. Also muss man sich in der Umgebung umsehen, auch in der Nähe des Bürgerparks gibt es Container. Zwar nicht ganz so rostig, aber einigermaßen rätselhaft, weil die Vorderluke zugeschweißt ist, wie um wertvolle Inhalte zu sichern. 


Das gibt mir eine reichlich weit hergeholte Überleitung zu dem heutigen Rostlied, eines der wenigen, das auch den Rost im Titel trägt: Joan Baez singt über "Diamanten und Rost" und sie bezeichnet damit ihre Erinnerungen, insbesondere an ihre Zeit mit Bob Dylan (in einem Interview hat sie geschrieben, dass ihr Ehemann wissen wollte, ob das Lied über jemanden bestimmten sei, und sie das dann schnell geleugnet habe. Naja, war immerhin erfolgreich.) Man könnte ja meinen, dass Joan und Bob hauptsächlich liiert waren, um dann hinterher Themen für ein paar Lieder zu haben, die verschiedenen herzzerreißenden Wimmereien von Bob Dylan zu diesem Thema gefallen mir zwar besser, aber da der Meister es nicht für nötig gehalten hat, in diesen Liedern irgendwo mal Rost zu erwähnen, kommt hier eben Joan Baez dran. Auch dieses Lied ist leider vollkommen rostfeindlich, bei der Aufzählung Diamanten und Rost ist nicht beabsichtigt, beide Materialien gleichberechtigt nebeneinander zu stellen. Aber wie gut ist es, dass Frau Tonari eine Rost- und keine Diamantenparade begonnen hat, sonst hätte ich schon sehr bald wieder aussteigen müssen!

(Wer sich die letzten Musikbeiträge zu der Rostserie ansieht und zu dem Schluß kommt, dass ich hier langsam etwas verzweifle, hat vielleicht nicht ganz unrecht.)

Dienstag, 29. September 2015

Hier wohnen Batmänner


(Na wo wohl?)

Ich habe übrigens Batman schon einmal gesehen. Und das kam so:
Ich war am Abend in einem Taxi unterwegs, mit einem schweigsamen Taxifahrer. Hinter der Vinetastraße stehen wir an einer Ampel, als der Taxifahrer plötzlich etwas sagt, was ich nicht gleich verstehe. Er wiederholt : "Batman!" - "Batman?" frage ich verständnislos, da zeigt er aus dem Fenster. Tatsächlich steht neben uns an der Ampel ein schwarzes Cabrio mit offenem Verdeck und am Steuer sitzt ein Typ mit Batman-Maske.

Montag, 28. September 2015

Im Wald

Als Kind war ich eigentlich im Herbst fast jede Woche beim Schwammerlsuchen, aber der Wald war ja gleich in der Nähe und im Fernsehen kam ja nicht allzu viel. Wir haben damals auch Raubvögelgewölle gesammelt, das sind die Fell und Knochenreste, die Raubvögel wieder hochwürgen; ich hatte im Alter von 11 Jahren ein paar nette Ketten mit Mäuseschädeln, das hatte aber nicht ganz die gewünschte Wirkung auf Mädchen. 

Das Berliner Umland hat den Vorteil, dass hier eigentlich relativ viele Pilze wachsen, hier gibt es auch noch Pfifferlinge, die ich höchstens beim Urlaub im Bayerischen Wald gesehen habe. Allerdings kenne ich keine Pilzplätze, deswegen bin ich die letzten Jahre nur viel zu selten in den Wald. Letztes Wochenende habe ich mich dann einfach ins Auto gesetzt und bin Richtung Norden gefahren, bis mir ein Wald geeignet erschien. J.S. kam mit, so waren wir ein prima Team. 

Die ersten 20 Minuten war gar nichts zu sehen, keine richtigen Schwammerl, aber auch keine falschen. Nur ein paar alte Bombentrichter und teilweise deplatzierte Gegenstände, über die man kurz nachsinnieren kann: Wie kommt die Schampus-Flasche mitten in den Wald?

Dann fanden sich zumindest falsche Schwammerl, einige Fliegenpilze und auch ein paar, die ich mal als weiße Knollenblätterpilze einordnen würde. Gab's bei uns früher fast gar nicht, hab noch nicht viele gesehen. 

Schließlich, als wir schon wieder zurückgehen wollten, wurden wir dann doch noch fündig: Ein paar Maronen und ein paar Pfifferlinge. Immerhin genügend für ein Pilzrührei für die Familie am Sonntag in der Früh.

Sonntag, 27. September 2015

Berliner Königskerzen (2)


Die Königskerzen blühen jetzt noch einmal ein bisschen. Diese hier sieht so ein bisschen aus, als habe sie sich kleine Schleifchen ins Haar gebunden und hätte ein apartes Blatt-Kleidchen an. Im Vordergrund: blühender Rucola. Dem Botaniker geht das Herz auf oder wenigstens irgendetwas anderes.

Samstag, 26. September 2015

Tell me a story

Am Rande des Bürgerparks an der Straße standen diese zwei Laufschuhe, eigentlich ganz ordentlich abgestellt, aber durch ein paar Regenschauer nicht mehr so richtig schön anzusehen. Ich ging ein paar Mal an ihnen vorbei und dachte darüber nach, wer die Schuhe wohl gerade hier abgestellt hat und warum (manchmal denke ich über Dinge nach, die am Straßenrand liegen, ich weiß nicht, ob ich das schon mal erwähnt habe). Die Sache blieb rätselhaft, aber eigentlich habe ich es fast am liebsten, wenn Dinge rätselhaft bleiben. 

Dann kam M. zu Besuch und er fand tatsächlich mit einem Blick die Erklärung: Jemand hatte sich nach dem Joggen bei offener Tür in sein Auto gesetzt und die Schuhe gewechselt, weil die Laufschuhe zu dreckig waren. Nachdem er die richtigen Schuhe angezogen hatte, hatte er allerdings komplett vergessen, die Schuhe mitzunehmen. Wird sich dann zu Hause gewundert haben, wo die Dinger abgeblieben sind. 

Sie stehen immer noch da. 

Freitag, 25. September 2015

Es geht los...

Und das erste wird sein, dass die Dixi-Klos umgeschmissen werden. Mitten auf den Fahrradweg! In Alt-Pankow! (Das ist sicher auch ein apokalyptisches Zeichen, ich bin nur gerade zu faul, es in der Offenbarung nachzuschlagen.)

Donnerstag, 24. September 2015

Hier toastet der Pauli-Fan

Rätselhafte Dinge begeben sich mal wieder in der Invalidenstraße. Vielleicht legt tatsächlich jemand merkwürdige Dinge auf den Weg, damit ich über das Baustellenende hinweg komme.

Aber wozu braucht man denn einen St. Pauli-Toaster?

Mittwoch, 23. September 2015

Herbstanfang

Ich habe immer noch kein besseres Foto als dieses hier zum Herbstanfang, also gibt es heute das gleiche wie jedes Jahr.


Montag, 21. September 2015

Gartenbesuche

Von den merkwürdigen Tomatendiebstählen habe ich ja schon berichtet, jetzt gibt es weitere merkwürdige Entwicklungen in unserem Garten: Die Schuhe, die vor unserer Terrassentür standen, waren heute in der Früh weit über den Rasen verteilt, teilweise etwas modifiziert:

Diese Sandale werde ich nicht mehr anziehen können, da die zweite ganz fehlt, ist das aber auch schon egal. Es ist nicht ganz klar, wer sich da bedient hat, aber es deutet einiges auf Füchse hin, die einen gewissen Ruf als Schuhdiebe haben. In der Wollankstraße gibt es auch einen Fuchs, ich habe ihn zwar schon einige Jahre nicht mehr gesehen, aber er muss sein Nest irgendwo im Bürgerpark haben, vielleicht hat er jetzt Fuchskinder, denen er ein paar Sandalen als Spielzeug mitbringt. 

Füchse im Garten sind nicht ganz so angenehm, da man keinen Fuchsbandwurm am Gemüse haben will. Da gibt es schönere Arten zu sterben. Aber nachdem gerade sowieso fast alles, was man roh essen würde, abgeräumt ist, muss man sich da keine Sorgen machen. Das Gartentor schließen wir jetzt aber besser mal. Die anderen Optionen wären Ratten (die klauen aber eher keine Schuhe), Waschbären (wäre mir nicht bewußt, dass die hier irgendwo in der Nähe sind) oder Hunde. Aber das halte ich eher für unwahrscheinlich, dass da einer Nachts in den Garten kommt...

Nachtrag: Der zweite Schuh fand sich dann auf dem Kräuterhügel, auch etwas verbissen. Und irgendjemand hat sich ein Loch in unseren Zaun gebogen.



(Wenn ich genauer darüber nachdenke, ist allerdings merkwürdig, dass Frau Ackerbau gar nicht richtig empört war, dass ich jetzt - nach nur knapp 20 Jahren - wieder neue Sandalen kaufen muss. Hmmm.)

Sonntag, 20. September 2015

In der Botanik (3)

Es war an der Zeit, den Seitenstreifen zu jäten. Die Sonnenblumen, die zwar zahlreich aufgegangen waren, wuchsen nur mickrig heran, selbst der unstoppbare Topinambur wollte dieses Jahr nicht sonderlich majestätisch werden. In der Sommerhitze machte das nicht allzuviel aus, da war es sogar dem Unkraut zu trocken. In den letzten vier Wochen ließ der Regen dann aber wieder das Unkraut sprießen. Neben dem obligatorischem Stechapfel wuchs vor allem Gänsefuss und Rucola (an den Rändern auch genügend Brennesseln). Gänsefuss und Rucola sind eigentlich nicht die schlechtesten Unkräuter, sie breiten sich so aus, dass wenig anderes durchkommt. Als es dann am Sonntag ausgiebig regnete, konnte man das Kraut entfernen, einfach herausziehen und darunter war die blanke Erde. Der Gänsefuss war höher, als ich ihn ansonsten gesehen habe, aus den unscheinbaren Blüten hatte sich schon dieser merkwürdige Grieß, aus den die Menschen der Jungsteinzeit wohl Mehl gemahlen haben, gebildet. Ich habe den Kram probiert, ein Hoch, dass wir nicht mehr in der Jungsteinzeit leben. Am Schluss hatte ich eine 120 l (Frau Ackerbau weist mich darauf hin, dass es 240 l seien) Biotonne voll mit Gänsefuss und Rucola, am nächsten Wochenende muss ich dann noch das restliche Unkraut hacken. Den Stechapfel lasse ich diesmal stehen. Und ich bin mal gespannt, ob die verschiedenen Topinambur-Pflanzen, die noch keine Blüten gebildet haben, noch einmal blühen.



Samstag, 19. September 2015

Pankower Kunstherbst







Der Denker, organisches Material auf Granit, unbekannter Künstler

Wie jedes Jahr werden im Rahmen des Pankower Kunstherbstes Werke von neuen, aufregenden Künstlern ausgestellt. 

(Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, keine Hundekackebilder zu veröffentlichen. Wäre besser gewesen, ich hätte meinen Vorsatz eingehalten, ich weiß)

Freitag, 18. September 2015

Nestbau und Nestflucht

Letzthin am Abend auf der Terrasse, etwas huscht im Schatten zum Rasen, rastet kurz am Kirschbaum, geht zu den welken Halmen, huscht wieder zurück. Wir haben offensichtlich ein Mäuslein unter der Terrasse, das sich ein Nest baut. Und so geht es den Weg an diesem Abend noch viele, viele Male, ich vermute, dass es jedes Mal einen trockenen Grashalm mitgenommen hat. Leider keine Brandmaus mehr, die habe ich schon lange nicht mehr gesehen. 

Ganz anders ergeht es unserer Spatzengang. Der Nachbar lässt sein Dach reparieren, da hatten ursprünglich die Dachdecker geschlampt und massenweise Spatzen hatten dort Platz für ihre Nester gefunden. Jetzt ist das Dach wieder dicht, aber ein paar Nistplätze sind dabei verloren gegangen. Mal sehen, ob sie jetzt bei uns ein paar lockere Ziegel finden.

Donnerstag, 17. September 2015

Früher war alles besser!

J.S. hat gerade meine alten Micky-Maus-Hefte entdeckt; ich habe in den 70ern anscheinend mein ganzes Taschengeld dafür ausgegeben. In den Heften aus den frühen 70ern gab es neben den Comics immer auch noch ein Magazin mit merkwürdigen Reportagen, die wohl niemand gelesen hat. Und dann gab es noch das Kinderfernsehprogramm. Das sah so aus:

Kann man sich vorstellen, dass man damals tatsächlich "Hier kocht der Chef: Leber, Berliner Art" als Kinderfernsehen empfohlen hat? Oder "Im Hobbykeller: Wir basteln einen Wackeldackel"? Das Schlimme ist ja, dass man den Kram sich damals auch angeschaut hätte, weil ja ansonsten nix kam. Ich kann mich erinnern, dass man vor lauter Verzweiflung auch am Nachmittag "Mosaik" und "Schaukelstuhl", die zwei Seniorensendungen, angeguckt hat. Kam ja ansonsten nix. Andererseits: "Schaukelstuhl", das Seniorenmagazin, das gäbe es jetzt auch nicht mehr.  Genauso wenig wie "Väter der Klamotte: Zum Nachtisch flotte Damen". 

Mittwoch, 16. September 2015

Paranoia (Teil 7-37)

Irgendwie habe ich ja das Gefühl, ich werde beobachtet. 

(Und wer das ist, möchte ich gar nicht wissen:)



Dienstag, 15. September 2015

Grau ist aller Untergrund...



(...vor allem, wenn man ihn auf englisch so buchstabiert.)

Ich habe übrigens das Goethe-Zitat zur grauen Theorie nie verstanden. Wie kann es denn sein, dass des Lebens goldener Baum grün ist? Grüngold? Das hätte dem ollen Farbtheoretiker doch auffallen müssen, dass Gold eher goldfarben ist. 
(Foto: J.J.)

Montag, 14. September 2015

Tribal Tattoo für Tomaten




(Die hier hat sich eher als Angry Bird verkleidet.)



Verkaufen könnte man beide nicht, schmecken tun sie hervorragend.

Sonntag, 13. September 2015

Erntearbeiten

Inzwischen muss man jeden Tag genau sehen, ob Feigen reif sind. Sie werden jetzt nach und nach und wenn man nicht aufpasst, fallen sie runter. Wäre ja schade. 


Den schönen Tag habe ich genutzt, um die restlichen Kartoffeln auszugraben. Auch wenn man immer denkt, man habe eigentlich nur ein paar ausgebuddelt: Von den frühen Kartoffeln war keine mehr da, ich habe aber noch reichlich La Ratte und Rosa Tannenzapfen ernten können. Erfahrungsgemäß muss man dann noch einmal durchgraben, weil man doch viele Kartoffeln übersieht. 



Dann habe ich Holunder abgeschnitten, um Saft und Gelee zu machen. Dieses Jahr sind endlich auch genügend Beeren da, die letzten Jahre hat sich's nicht so richtig rentiert. Bis man den Holunder endlich sauber und von Insekten gereinigt hat, das dauert zwar, aber ich schwöre ja auf den Saft als Erkältungsmittel. Zuhause hatten wir einen Entsafter, da ging das alles noch einfacher, aber der würde sich bei uns nicht recht rentieren. 


Haselnüsse habe ich auch ein paar probiert, viele haben wir dieses Jahr aber nicht.

Tomaten kann man auch immer noch ein paar ernten, bald ist es dann aber vorbei.

Samstag, 12. September 2015

Anfang und Ende (2)

Vor etwa 15 Monaten habe ich zum ersten Mal über die merkwürdigen Schlangenbilder in der Invalidenstraße berichtet. Die geballte Kommentatorinnenrecherche hat damals ergeben, dass diese Bilder von dem französischen Künstler Oré sind. Ich habe damals zwei der Bilder gefunden, etwas später habe ich gemerkt, dass es noch eine gibt, Richtung Hauptbahnhof. Und gestern fiel mir dann zum ersten Mal diese Schlange, die versucht sich in den Schwanz zu beißen, auf. Im Prinzip wacht sie über den alten Weihnachtsbaum, den ich vor zwei Tagen beschrieben habe. Vielleicht war sie da schon länger, auch mir entgeht so einiges, aber ich denke, dass sie erst vor kurzem angebracht wurde.

Ein schönes Symbol für den ewigen Kreislauf von Baustelle und Straßendreck.

Freitag, 11. September 2015

Besuch im Nebenzimmer (14)

Urlaubsbedingt liegt die letzte Übersicht über die Artikel im Zweitblog schon über zwei Monate zurück. Im Moment kriege ich auch die eigentlich angestrebte Frequenz von zwei Postings pro Woche nicht ganz hin, was verschiedene Gründe hat. Merkwürdigerweise auch dieser, dass ich mir ein paar Sachen vorgenommen habe, die ich aber nicht in die Tastatur bekomme. Naja, was war los seit dem letzten Mal?

Aufgehört hatten wir mit Bach und Glenn Gould, weiter ging's mit Piss und Off!, einem netten Konzert mit dem Ex-Black Flag-Sänger Keith Morris. Man kann in dem Post einiges über die Wahl des richtigen T-Shirts beim Punk-Konzert lernen, außerdem wie man in fortgeschrittenem Alter eine Glatze mit Dreadlocks kaschieren kann. Im Ox-Fanzine stand, dass bei dem Konzert das Berliner Punk Who is Who anwesend war, damit war ich aber, glaube ich, eher nicht gemeint. Im Anschluss daran kam eine griechische Woche, passend zu dem griechischen Schuldendrama (schon wieder vergessen? In diesem Jahr wird jede Krise innerhalb kurzer Zeit von der nächsten verdrängt und keiner erinnert sich mehr daran. Ist hier eigentlich irgendjemand noch Charlie?). Meine Idee war, ein paar alte Rembetika-Lieder zur Illustration des griechischen Dramas zu nehmen und dabei jeweils Übersetzungen der Texte mitzuliefern. Der Freundeskreis griechische Undergroundmusik der 30er Jahre ist allerdings nicht sonderlich groß, aber was soll's. Es beginnt mit Markos Vamvakaris Lied "Die Leute mit viel Geld", in dem sich Markos fragt, was die eigentlich mit dem ganzen Geld anstellen. Ob sie denn denken, man könne es mitnehmen, wenn man tot ist? Es geht weiter mit Markos, fast 30 Jahre später, in einem Lied über eine missglückte Liebe. "Ich mag dich nicht mehr, geh jetzt." Das haben die Finanzminister sich auch vorgesungen, glaube ich. Danach Stratos, der von seiner Begegnung mit dem Tod in den Bergen von Pendeli singt. Das Lied hatte ich schon mal gebracht, aber ich mag es sehr gerne und es ist ja mein Blog, dann kommt es halt noch einmal. Wir wechseln kurz von Griechenland nach Schweden, denn ich war bei Thaström auf dem Konzert, dessen verschiedene Bands ich seit über 30 Jahren gerne höre. Ein weiterer Sprung in die Achtziger zu The Alarm, die uns fragen, wo wir uns versteckt haben, als der Sturm losbrach. Ja, die Frage werden wir uns auch noch stellen. Und die Frage, ob die Frisuren damals ernst gemeint waren.  Zurück nach Griechenland, mit "Der Lastwagendieb" von Jenitsaris, ein Lied des Widerstandes gegen die deutsche Besatzung, für mich eines der besten Rembetika-Lieder überhaupt. Zum Abschluss der griechischen Woche "Komm meine Kleine, wir hauen ab" von Tsitsanis, das passende Resümee einer politischen Farce. 

Nach dem Urlaub ging es mit Haindling weiter und deren "Du Depp", einmal anhören und dann eine Woche mitsummen, passt immer, wenn man Deppen begegnet, da besteht ja gerade kein Mangel. Im Anschluss eine kleine Polarexpedition mit Grant Hart, "Admiral of the Sea", schönes Lied. Danach der Versuch des Beginns einer neuen Reihe, Verbrechen auf Schallplatte. Ihr haltet es nicht für möglich, wer die erste deutsche Version eines Black Sabbath-Liedes aufgenommen hat. Und wie schlecht sie ist (aber ich hab's ja eh nicht mit dem Schwermetall). Noch ein Verbrechen auf Schallplatte mit Mischa, der Kiezneurotiker hat nur 41 Sekunden ausgehalten und damit nicht einmal die infernalische zweite Strophe gehört. Dabei hat doch Frank Farian produziert! Eigentlich wollte ich mit der Reihe noch weiter machen, aber dann wurde es auch mir zu viel. Thomas Gottschalk und die besorgten Väter, das kann man niemand zumuten. Wirklich. 

So, fast nur Musik in den letzten zwei Monaten, was auch daran liegt, dass ich zwar einen Stapel Bücher habe, über den ich schreiben will, mir aber der Einstieg sehr schwer fällt. Vielleicht muss es Herbst dazu werden. 

Donnerstag, 10. September 2015

Rückzugskämpfe

Die fertige schöne Invalidenstraße bringt mit sich, dass auch die ganzen Schmutzecken am Rande der Baustellen verschwinden. So sauber gefegt hat man die Straße lang nicht mehr gesehen. Am Rande gab es noch einige Verstecke für die alten Weihnachtsbäume, auch dort hat man jetzt aufgeräumt. In der Früh habe ich allerdings gesehen, dass einer tatsächlich noch unentdeckt geblieben ist, obwohl man seinen Kollegen gleich nebenan nunmehr weggeräumt hat. 

Wenn er's bis zum September geschafft hat, erlebt er wahrscheinlich auch das nächste Weihnachten noch.

Dienstag, 8. September 2015

Herbstanfang?

Über die Jahre wurde hier ja wissenschaftlich etabliert, dass der Frühling dann beginnt, wenn der erste Berliner die Socken auszieht und auf die Straße wirft. Dieses Phänomen hat sich auch in anderen Städten beobachten lassen; wenn man bedenkt, dass ein Schmetterling im Amazonas einen Tornado in Reinickendorf auslösen kann, ist das auch alles vollkommen plausibel (Ich schwör!). Über Kepler haben anfangs auch alle gelacht (eigentlich wollte ich Galileo schreiben, aber da wäre der Scherz vielleicht etwas zu sehr verschüttet bzw. die jungen Leute kämen nicht mehr mit).

Nun habe ich ein neues Phänomen entdeckt, das mich ratlos lässt: Wieder Socken auf der Straße, allerdings frische, noch originalverpackt (Gr. 38-42, also für mich zu klein). Nicht achtlos hingeworfen, wie bei den Frühlingssocken, sondern mit Bedacht vor dem Naturkundemuseum wie eine Opfergabe dargebracht. Bedeutet das Herbstanfang? Oder hat nur Gitta ihr Versprechen wahrgemacht und versteckt jetzt merkwürdige Dinge entlang der Invalidenstraße, damit ich nicht allzu traurig über das Ende der Bauarbeiten bin?

Für meteorologische und apokalyptische Einschätzungen von den verehrten mitlesenden Wissenschaftlerinnen bin ich dankbar.

Montag, 7. September 2015

Und wie schmeckt's?

So langsam kann man die Bilanz der Tomatensaison ziehen. Waren ja diesmal einige neue Sorten dabei. 

(Aus Gründen, die im letzten Post erläutert sind, müsste die Titelfrage teilweise von einem Unbekannten beantwortet werden.)

Zunächst: Wenn man ein paar leckere Balkon-Cocktailtomaten haben will, sollte man zu Black Cherry und Gelbem Dattelwein greifen. Wirklich die aromatischsten Cocktail-Tomaten, die man kriegen kann, kann ich nach jahrelangem rumprobieren so sagen. Die bekommt man nicht unbedingt im Gartenmarkt, aber wenn man Google bedienen kann, findet man schnell Bezugsquellen. Spätestens im März daran denken!

Zur Ergänzung ist die Rote oder Gelbe Johannisbeere oder Small Egg-Tomate ganz dankbar (die Johannisbeeren fand ich aber dieses Jahr im Ertrag eher schwach; weiß nicht, was ich da falsch gemacht habe). In diesem Jahr habe ich auch die Zuckerpflaume und Zuckertraube zu schätzen gelernt, auch sehr aromatische Snacktomaten. Black Plum war im Geschmack sogar der Black Cherry ebenbürtig, hatte aber leider bei mir einen Hang zur Fruchtfäule. Wenn man sich mit diesen Sorten versorgt, hat man aber auf jeden Fall bessere Tomaten als man in den meisten Läden kaufen kann (auch wenn man inzwischen auch ganz leckere Cocktailtomaten im Supermarkt bekommt). Dieses Jahr hatte ich zum ersten Mal auch die Banana Legs, die aussehen wie große Gelbe Dattelwein-Tomaten, aber leider nicht so schmecken. Für ein buntes Foto sehr geeignet, ansonsten nicht unbedingt notwendig. Gleiches gilt für Pink Boar: das rosa Schwein hatte ich dieses Jahr auch zum ersten Mal. Sehr pittoresk, aber geschmacklich nicht beeindruckend, zumindest soweit ich in der Lage war, die Früchte zu probieren.


Eine ganz andere Angelegenheit sind die Fleischtomaten. Hier bekommt man ja praktisch in den Läden nichts vernünftiges, hier ist man wirklich auf die eigene Zucht angewiesen (außer man hat die Möglichkeit, sich in fremden Gärten zu bedienen, natürlich). Auch in diesem Jahr waren die German Gold fantastisch, man muss allerdings sagen, dass die Sorte anfangs etwas schwierig sein kann. Wenn sie mal sprießt, wird's wunderbar. Auch Goldie - Yellow Giant Belgium hat mich wieder begeistert. Die Frucht sieht aus wie eine Kaki und hat einen wunderbaren Geschmack. Wie man an den Fotos sieht, sind diese Fleischtomaten tatsächlich fleischig, d.h. sie bestehen nicht aus einer harten Hülle und Flüssigkeit, man kann sie in wunderbare Scheiben schneiden. 



 Neu waren dieses Jahr zwei Brandywine-Sorten: Apricot und Pink Brandywine. Der Ertrag war zunächst beeindruckend, die Apricot Brandywine-Früchte bekamen aber schnell schwarze Flecken. Das kann aber auch daran liegen, dass die Tomaten eine sehr dezent apricot-farbene Färbung haben, wenn sie reif sind: ich war wohl einfach zu doof, sie rechtzeitig zu ernten. Wenn man sie rechtzeitig erntet, sind sie sehr schmackhaft. Gleiches gilt für Pink Brandywine.



Sonntag, 6. September 2015

Abruptes Ende der Tomatensaison

Vorbemerkung: Ich habe einige Jahre in einer WG mit bis zu 20 Mitbewohnern gelebt. Ich habe dort eines gelernt: Wenn Sachen verschwinden, beruht das zumeist darauf, dass man sie selbst verlegt oder verbummelt hat. Unvergessen die verschiedenen Anlässe, wo man Diebstähle vermutet und eigentlich schon den möglichen Täter identifiziert hat, als auf einmal das vermeintliche Diebesgut wieder auftauchte (der Widerwille gegen den vollkommen zu Unrecht Verdächtigten wurde aber nicht geringer, im Gegenteil: Wenn der nicht so ein merkwürdiger Mensch wäre, hätte man ihn doch nicht im Verdacht gehabt! Der hat ja quasi unsere schlimmsten Instinkte provoziert!). Wer gerne vermutet, dass alle merkwürdigen Dinge von bösen Menschen in der Umgebung verursacht wurden, ist dann später einer von denjenigen, die sich im Altenheim dauernd beklagen, dass die Pfleger sie bestohlen haben und sich alle verschworen haben, um einem zu schaden. Ich habe da keine Lust drauf. 

Weil ich nicht unbedingt davon ausgehe, dass überall böse Menschen zugange sind, dauert es aber manchmal auch länger, bis ich bestimmte Dinge bemerke. Ich hatte mich die letzten Wochen schon ein paar Mal gewundert, dass von den Gold Medal-Tomaten noch gar keine reif geworden ist; irgendwie dachte ich immer, dass da die ersten schon rot würden, aber beim nochmaligen Nachsehen waren doch noch alle grün. Letzthin beim Gießen am Abend stellte ich fest, dass diese zwei Pink Boar nicht mehr an der Pflanze waren:


Nun hatte ich die immer besonders im Auge, weil ich von der Sorte bislang nur eine geerntet hatte und die nicht so überragend war, ich war mir aber nicht sicher, ob die schon wirklich reif war und freute mich deswegen auf gut ausgereifte Exemplare. Kurze Nachfrage bei der Familie: Hatte keiner gepflückt (die Familie bedient sich im Wesentlichen bei den Cocktailtomaten). Beim Gießen hatte ich dann auch noch das Gefühl, dass noch mehr fehlte. Ich hatte letztes Wochenende die Pflanzen, an denen keine Früchte mehr waren, abgeschnitten, seitdem nicht mehr geerntet, aber da waren plötzlich noch mehr Pflanzen, die abgeerntet waren. Im Laternenlicht sah ich zumindest noch eine schöne German Gold, dachte mir, das muss ich mir bei Tageslicht noch einmal ansehen, vielleicht sind ja ein paar runtergefallen oder ich übersehe die Hälfte.

Am nächsten Tag war dann auch die German Gold weg; von den Fleischtomaten sind jetzt noch ein paar grüne Früchte übrig, ansonsten ist nichts mehr da. Runtergefallen sind die Früchte nicht, wenn Tiere zugegriffen hätten, würde man irgendwelche Spuren sehen. Wenn man sich die Pflanzen ansieht, sieht man, dass die Fruchtstände abgezwickt wurden. 

Nun musste auch ich meine Zurückhaltung aufgeben und den einzig möglichen Schluss ziehen:

Irgendjemand klaut mir meine Tomaten

Vor ein paar Jahren hat sich schon jemand an unseren Kürbissen bedient. Um bei uns etwas aus dem Garten zu stehlen, braucht man zwar gehörige Frechheit, aber schwierig oder unmöglich ist es nicht. Keine Ahnung, wer so etwas macht. Wenn ich nicht die verschiedenen Sorten immer gut im Auge hätte, wäre es mir vielleicht auch gar nicht aufgefallen. Ich habe jetzt alles was einigermaßen reif ist abgepflückt und von den Gold Medal zumindest ein paar hellrote zum Nachreifen eingepackt, damit ich zumindest eine davon auch mal probieren kann. Im Prinzip habe ich jetzt aber nur noch ein paar Cocktailtomaten, der Rest ist durch. Scheiße.

Ich mag mich jetzt gar nicht aufregen, man soll sein Herz nicht hängen an Dinge. Und von allen Dingen, die Menschen widerfahren können und gerade widerfahren, ist "Mir hat jemand ein paar selbstgezogene Tomaten geklaut" sicher das geringste Problem. Das Jahr, in dem das die einzige Beschwerde ist, ist sicher ein glückliches Jahr. Mögen dem Dieb oder der Diebin die Tomaten schmecken. Für das nächste Jahr muss ich aber tatsächlich nachdenken, ob es sinnvoll ist, Pflanzen über sieben Monate zu ziehen und zu pflegen, damit dann jemand anderes zum Ernten kommt. Die Zeit kann man dann eventuell sinnvoller verbringen.

Freitag, 4. September 2015

Stöckchen

(Alle heiligen Zeiten mache ich mal bei Blogger-Stöckchen mit. Normalerweise aber nicht. Ich schreibe den ganzen Tag so viel fremdbestimmtes Zeug, dass ich diesen Blog hier als Reservat sehe, in dem wirklich nur Dinge stehen, die ich auch geschrieben sehen will. Aber Friederike vom Landlebenblog, den und die ich nicht missen möchte, hat mir ein paar Fragen gestellt und ich bin ja der Auffassung, dass wir Paul-Gerhardt-Fans zusammenhalten müssen.)

Warum hast Du angefangen zu bloggen?
Ich hatte die Welt der Blogs erst spät, so gegen 2008/09 entdeckt und wollte eigentlich auch einmal so etwas machen. Großes Problem war allerdings, dass ich der Welt nichts mitzuteilen habe. Es hat dann ein paar Jahre gedauert, bis mir klar wurde, was ich gerne schreiben würde. Ende 2011 bekam ich ein Tablet geschenkt, das hat das Ganze beschleunigt, weil ich mich nach der Arbeit so gut wie nie an den Computer setze. Der zweite Auslöser war mein erstes Smartphone mit Handykamera. Schöne Fotos spielen bei mir ja keine Rolle, ich wollte aber immer ein gewisses visuelles Element dabei haben. Irgendwann hatte ich dann das Gefühl, dass ich wusste, wie man Tag für Tag das Internet füllen könnte. Wenn ich auch nur ein bisschen Ahnung gehabt hätte, hätte ich's erst gar nicht versucht, deswegen ist es manchmal ganz gut, wenn man keinen Plan hat.

Wissen Freunde und Familie von der Bloggerei?
Größtenteils; es ist kein Geheimnis, ich mache aber auch keine Werbung für meinen Blog. Ich habe relativ wenig Lust, Leuten zu erklären, warum ich Aufnahmen von Straßendreck ins Internet stelle, wenn sie's nicht von allein verstehen. 

Und lesen die das etwa auch?
Die Familie schon, ansonsten bewege ich mich in Kreisen, die mit Blogs nichts anfangen können. Tagebuchblog war das hier ja ohnehin nie; wenn man absolut anonym bliebe, könnte man noch über ein paar andere Dinge schreiben. Ich stelle auch über die Familie nichts mehr ein, was nicht vorher von den Betroffenen gutgeheißen wurde; das führt dazu, dass hier einige sehr amüsante Sachen nicht mehr stehen, aber ich habe keine Lust, meine Kinder vorzuführen, wenn sie's nicht wollen. Auf mich selbst brauche ich allerdings keine Rücksicht zu nehmen. 

Hast Du eine Bloggerbotschaft an die Welt?
(Das sollte eigentlich meine geheime Agenda bleiben.) Man kann Schönheit in allen Dingen finden, wenn man nur will. Und die Dinge, die einen freuen und glücklich machen, sind meistens keine, die man irgendwo kaufen könnte. Man soll sein Herz nicht hängen an Dinge. Deswegen vermeide ich es weitgehend (wenn auch nicht ganz konsequent) über irgendetwas zu schreiben, was man kaufen kann. Meine gelegentlichen Bier-Posts bitte ich zu verzeihen. 

Liest Du auch noch Zeitungen?
Ja, wir haben eine Tageszeitung (Berliner Zeitung, die ich abonnieren werde, solange Jens Balzer dort schreibt), am Wochenende die FAS (man muss ja wissen, was die Leute vor 50 Jahren so gedacht haben (das hat Katja Berlin, glaube ich, mal so formuliert), als Zeitschrift die Zitty (Berliner Stadtmagazin, leider nunmehr ohne Fil und Didi und Stulle), den Spiegel (immer das Abbestellen vergessen, gerade geht er aber wieder), das Ox-Fanzine (auch wenn ich keine Bands mehr dort kenne)..... Wenn es zum Zeitungssterben kommt, ich bin jedenfalls nicht schuld.  

Bist Du online und offline gleich?
Meine Frau meint: Ja. Ich bin mir nicht so sicher, da ich bei meiner Online-Persona bestimmte Dinge ausspare. Grundsätzlich schreibe ich aber nichts, was ich nicht auch sagen würde. Da ich aber nicht weiß, was für einen Eindruck man von mir aus meinem Blog bekommt, kann ich schlecht sagen, ob er zutreffend ist. Im Zweifel bin ich ein Stück spießiger als es hier scheint. Aber grundsätzlich finde ich meine Offline-Existenz so prima, dass ich mir keine abweichende Online-Existenz zusammenträumen muss. 

Hast Du schon mal Internetbekanntschaften im realen Leben getroffen?
Ja, das war bei dieser Bloggergeschichte eigentlich das Spannendste. Und ich habe damit durchgängig gute Erfahrungen gemacht. Es gibt viele nette Leute. 

Was machst Du in computerfreien Zeiten?
Bücher lesen. 

Hast Du überhaupt längere computerfreie Zeiten?
In der Fastenzeit haben wir immer eine Woche ohne elektronische Geräte, ansonsten eher weniger. 

Wie gehts Dir, wenn Du momentan die Welt betrachtest?
Ich mache mir Sorgen, auch wenn ich daran denke, was unsere Kinder noch alles erleben werden. 

Magst Du Schnitzel mit Pommes?
Schmeckt sicher gut, in einem Restaurant würde ich aber immer irgendetwas anderes bestellen. Ich bin eher der Gemüsetyp. (Das ist doch der ideale Schlusssatz.)

(Ich hoffe, es wird gewürdigt, dass ich hier Bildchen untergebracht habe, die mir sonst für einen halben Monat reichen würden.)