Everybody's fucked in his own special way

Samstag, 10. Dezember 2016

Nachtspaziergang

Betriebsweihnachtsfeier. Eigentlich eine Vorlage, eine ebenso vorhersehbare wie spitze Abhandlung über schlechtes Essen und dumme Kollegen zu schreiben. Aber das Essen war nicht schlecht und die meisten meiner Kollegen mag ich auch. Deswegen nur kurz etwas zur Musik. Der DJ war fantastisch, bzw. er sah fantastisch aus. Etwa so, wie der bayrische Komiker Grünwald, wenn er den Character Joe Waschl spielt. Der Sound war katastrophal, angeblich war die Endstufe kaputt, der DJ legte aber ungerührt weiter auf. Es war in der Tat ganz reizvoll zu versuchen, die Lieder zu identifizieren, die alle mit Brummelbass und Knattermitten kamen. Getanzt hat niemand, obwohl der DJ von Weihnachtsklassikern zu Dance Klassikern zu Achtziger-Jahre-Musik zu Helene Fischer nichts ausließ. Ich ging, bevor die Schweinerockphase kam.

Ein Kollege begleitete mich bei dem Spaziergang zur S-Bahn am Potsdamer Platz, ein paar Kilometer durch die milde Winternacht. Man muss jetzt sagen, dass Lützowstraße und Potsdamer Straße nicht unbedingt die malerischste Ecke von Berlin sind. Macht nix. 

Dafür findet man einsame Einkaufswagen, in denen abgesägte Birkenstämme liegen. 

(Es gibt sicher einen Grund dafür.)

Zum Grübeln brachte uns auch dieser Gummireifen am Brückengeländer.

Mir ist nicht so richtig klar, wie man den Reifen durch die Streben ziehen konnte. Aber so is Berlin: Magie im Alltag. Mein Kollege sieht den richtigen Rettungsring an der Brücke und erzählt mir, wie viele dieser Ringe pro Jahr ersetzt werden müssen, weil irgendwelche Trottel sie mitnehmen. In Paris hätte man dagegen eine einfachere Lösung gefunden: Vor einigen Jahren habe man beschlossen, die Ringe nicht mehr zu ersetzen, jetzt hingen da Schilder mit einer Telefonnummer, die man anrufen soll, wenn jemand am Ertrinken ist. Ich versuche darüber nachzudenken, ob diese Anekdote tiefe Weisheiten über irgendetwas offenbart, komme aber zu keinem rechten Ergebnis. Es bleibt auch wenig Zeit nachzudenken, denn es kommt der nächste Einkaufswagen. Diesmal hat jemand mit Stofffetzen Buchstaben in den Korb eingeflochten. Schwer zu entziffern, aber ich will ihn euch nicht vorenthalten.

Der Potsdamer Platz kommt näher, man sieht ihn von weitem leuchten. Kurz vor Mitternacht ist dort aber fast nichts mehr los. Wenn man sich die Weihnachtsdekoration so ansieht, kann man es aber auch niemanden verübeln.

Das blaue scheint mir ein großer Sauger zu sein, mit dem entweder Deppen oder das Hirn der Vorbeigehenden angesaugt werden kann. 

An der Bornholmer Straße muss ich eine Viertelstunde warten, bis mich die S1 die letzte Station mitnimmt. 

Dienstag, 6. Dezember 2016

Nikolaus

Ich bin schon ganz gespannt, was der Nikolaus hier an der Invalidenstraße für mich versteckt hat!

Montag, 5. Dezember 2016

Vorbereitungen für das nächste Jahr

Die liebe Roswitha, die hier öfter kommentiert und sich überlegen sollte, vielleicht auch selbst einen Blog zu starten, hat mir im Sommer folgendes Buch geschickt:



Das ist natürlich passende Lektüre und ich werde für nächstes Jahr überlegen, ob ich nicht ein paar Fotos für die nächste Auflage beisteuern kann. 

Sonntag, 4. Dezember 2016

Haustiere

Als ich letzthin die Hauskatzen vorgestellt habe, habe ich Markos das Motto "Töten oder Verstümmeln" zugeschrieben. Mir war selbst nicht klar, wie passend das ist. 

Die ersten Ausflüge in den Garten nutzte Markos, um einen Spatz zu erlegen. Unsere Spatzengang hat es sonst nur mit den dicken Nachbarskatzen zu tun, gegen den jungen und geschmeidigen Killer haben sie keine Chance. Als bekennenden Spatzophilen tut mir das natürlich in der Seele weh. 

Heute wollte ich meine Schuhe anziehen und fand folgendes Wesen auf dem Schuh:

Ich habe es weggescheucht, es humpelte in ein Eck des Flurs. Dem armen Weberknecht hatte irgendjemand Beine und Teile der Beine ausgerissen oder abgebissen. Ich habe da einen Verdacht.